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Feuerteufel noch nicht erwischt

 Das Feuer auf dem Feld des Bannsteinhofes war eines von vielen im vergangenen Jahr. Foto: pma/mw
Das Feuer auf dem Feld des Bannsteinhofes war eines von vielen im vergangenen Jahr. Foto: pma/mw
Zweibrücken. Nach einer Serie von Bränden äußerte der Zweibrücker Feuerwehrchef Harald Schmieg vor einem Jahr einen schlimmen Verdacht: Ein Brandstifter könne sein Unwesen treiben. Konkreter Anlass war ein Feuer, das 160 auf einem Feld zwischen Zweibrücken und Mörsbach gelagerte Strohballen verschlang. Als die ersten Wehrleute eintrafen, entdeckten sie Brandherde an zwei Enden des Feldes Von Merkur-Redakteur Lutz Fröhlich

Zweibrücken. Nach einer Serie von Bränden äußerte der Zweibrücker Feuerwehrchef Harald Schmieg vor einem Jahr einen schlimmen Verdacht: Ein Brandstifter könne sein Unwesen treiben. Konkreter Anlass war ein Feuer, das 160 auf einem Feld zwischen Zweibrücken und Mörsbach gelagerte Strohballen verschlang. Als die ersten Wehrleute eintrafen, entdeckten sie Brandherde an zwei Enden des Feldes.Vorausgegangen waren 2010 unter anderem Brände in der Ex-Abschiebehaftanstalt Birkhausen, einer Scheune am Bombacher Hof sowie im Bereich Kirrberg und Einöd. Im Oktober brach dann ein Großfeuer bei Paletten Gölz an der Autobahn in Zweibrücken aus. Bis auf den Mülldeponie-Großbrand vom Juni, wo ein erster Verdacht auf Brandstiftung sich nicht erhärtete, war die Ursache lange rätselhaft, die Polizei äußerte sich deshalb zunächst nur zurückhaltend. Doch die Ermittlungen haben in den meisten Fällen den Verdacht auf Brandstiftung bestätigt, erfuhr der Pfälzische Merkur jetzt auf Anfrage beim stellvertretenden Zweibrücker Polizeichef Manfred Bernhardt. "Beim Brand der 160 Strohballen des Bannsteinhofs ist kein Täter ermittelt worden - aber es sieht nach Brandstiftung aus." Ebenso bei den Bränden in der Ex-Abschiebeanstalt, am Bombacher Hof sowie in den benachbarten saarländischen Orten. Dort tausche man sich mit den Kollegen aus - aber leider gebe es auch "noch keine Erkenntnisse, ob es eine gemeinsame Handschrift bei den Brandstiftungen gibt". Das Problem bei solchen Ermittlungen sei, erläutert der Zweibrücker Leitende Oberstaatsanwalt Eberhard Bayer: "Die Beweismittel bei Brandstiftungen verbrennen meist mit." Aufklärungserfolge gebe es deshalb meist nur bei Brandserien, wenn einmal ein Täter überführt werden könne. Bernhardt hat die Hoffnungen auf einen Ermittlungserfolg noch nicht aufgegeben. Zum Glück gebe es dieses Jahr in Zweibrücken zwar keine Häufung von Feuern mit Brandstiftungsverdacht - doch im Homburger Bereich sehe das ganz anders aus, erinnert Bernhardt unter anderem an die Zerstörung der Hütte der Ski- und Wanderfreunde Einöd Anfang September. Und sollte es einen Serientäter geben, wachse mit jedem Brand die Chance, ihn doch noch zu überführen.