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Erntedankfest
Erntedankfest-Brauch wiederbelebt

Beate Schnur (links), Vorsitzende der Landfrauen Südwestpfalz, überreichte bei einem Empfang in der Kreisverwaltung eine Erntekrone an Landrätin Susanne Ganster.
Beate Schnur (links), Vorsitzende der Landfrauen Südwestpfalz, überreichte bei einem Empfang in der Kreisverwaltung eine Erntekrone an Landrätin Susanne Ganster. FOTO: Markus Fuhser
Südwestpfalz. Die Landfrauen Südwestpfalz überreichten eine Erntekrone an Landrätin Susanne Ganster.

Immer am ersten Sonntag im Oktober wird in vielen christlichen Gemeinden das Erntedankfest gefeiert. Der Brauch zum Erntedank, auch eine Erntekrone zu flechten, sei in der Region nicht mehr so bekannt, sagte Beate Schnur, Vorsitzende der Landfrauen Südwestpfalz. Auch um an diesen Brauch zu erinnern, flochten die südwestpfälzischen Landfrauen aus den Ähren der hier wachsenden Getreidearten eine Erntekrone, die sie am Donnerstag Landrätin Susanne Ganster überreichten.

Durch alle Zeiten scheint der Mensch mit Feiern für die Ernte gedankt zu haben und trotz modernster Agrartechnik und Anbaumethoden bleibe auch heute das tägliche Brot letztlich ein Geschenk, sagte Schnur. Sie sah aber im Erntedankfest auch eine gute Gelegenheit, zu einem verbesserten Verständnis zwischen Verbrauchern und Erzeugern beizutragen, um sich gemeinsam für die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen.

Auch das Weiterbildungsprogramm der Landfrauen „Wohlfühlen im Grünen – Genuss erleben“ sei ganz bewusst in diesem Jahr dem Erzeuger-Verbraucher-Dialog gewidmet, sagte Schnur. Sie wies bei dieser Gelegenheit aber auch darauf hin, dass Schätzungen zufolge in Deutschland bis zu 20 Millionen Tonnen Lebensmittel, ein Drittel der gesamten Produktion, auf dem Müll landen. Hier könne auch eine bessere Aufklärung helfen, diese Verschwendung zu reduzieren.



Dass es keine Selbstverständlichkeit sei, jeden Tag zu essen zu haben, müsse mehr ins Bewusstsein gerückt werden, sagte die Landrätin bei der Übergabe der Erntekrone. Sie dankte bei diesem kleinen Empfang den Landfrauen für ihre Arbeit: „Sie leisten hier sehr viel wertvolle Arbeit.“

Uwe Bißbort, Kreisvorsitzender des Bauernverbandes Südwestpfalz, hatte die Landfrauen-Delegation zur Übergabe der Erntekrone begleitet und die Fruchtarten erläutert, aus der die Krone geflochten wurde: Aus Ähren von Weizen, Gerste und Hafer, dazu Triticale-Ähren. Triticale ist eine Kreuzung aus Weizen und Roggen, die die Qualität des Weizens mit der Anspruchslosigkeit des Roggens verbindet. Es werde, sagte Bißbort, in der Region oft als Futtermittel angebaut.

Die Erntekrone werde in der Kreisverwaltung Südwestpfalz in Pirmasens im Erdgeschoss im Flur mit dem meisten Publikumsverkehr ausgestellt, erklärte Ganster.