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Ende mit Schrecken

 Schlechte Aussichten: Zweibrücken verlässt die GBI, nachdem diese sich verrechnet hat - und der Stadt 2009 und 2010 statt eines Gewinns erneut 100 000 Euro Verlust beschert hat. Foto: pm
Schlechte Aussichten: Zweibrücken verlässt die GBI, nachdem diese sich verrechnet hat - und der Stadt 2009 und 2010 statt eines Gewinns erneut 100 000 Euro Verlust beschert hat. Foto: pm
Zweibrücken. Fünf Jahre nach der Insolvenz ihrer Vorgängergesellschaft BQZ gerät auch die GBI (Gesellschaft für Beschäftigungsentwicklung, Qualifizierung und Integration Pirmasens-Südwestpfalz-Zweibrücken) in schwere Turbulenzen. Der Zweibrücker Stadtrat hat gestern Abend den Ausstieg der Rosenstadt aus der GBI beschlossen Von Merkur-Redakteur Lutz Fröhlich

Zweibrücken. Fünf Jahre nach der Insolvenz ihrer Vorgängergesellschaft BQZ gerät auch die GBI (Gesellschaft für Beschäftigungsentwicklung, Qualifizierung und Integration Pirmasens-Südwestpfalz-Zweibrücken) in schwere Turbulenzen. Der Zweibrücker Stadtrat hat gestern Abend den Ausstieg der Rosenstadt aus der GBI beschlossen.Schon Ende 2009 hatte die Stadtverwaltung dem Rat wegen anhaltender Verluste einen Ausstieg aus der GBI empfohlen - doch damals wollte der Rat noch das Jahresergebnis für 2009 abwarten. Dieses war dann tatsächlich wie erhofft positiv, zumindest für den Mitgesellschafter Zweibrücken (die GBI rechnet nach eigenen "Profitcentern" ab). Die Wende war geschafft - glaubte man. Bis vorige Woche Landrat Hans Jörg Duppré (CDU) im Kreistag Südwestpfalz berichtete, dass die GBI aufgrund eines "Buchungsfehlers" in den Jahren 2009 und 2010 deutlich höhere Verluste als angenommen gemacht habe (wir berichteten). Das Zweibrücker Profitcenter hatte in beiden Jahren sogar Gewinne geschrieben - nun sind es plötzlich rund 100 000 Euro Verlust. Der Stadtrat habe deshalb die Hoffnung auf eine Wende zum Besseren verloren, berichtete Stadtsprecher Heinz Braun über das Ergebnis der nicht öffentlichen Sitzung. Außerdem habe der Rat beschlossen, die Zahlung des überraschenden Verlusts nur unter Vorbehalt zu leisten. Und das städtische Rechnungsprüfungsamt wurde vom Rat beauftragt zu prüfen, ob die Verlust-Buchungen für Zweibrücken rechtmäßig sind.

Oberbürgermeister Kurt Pirmann (SPD) hatte das Thema Verbleib oder Ausstieg aus der GBI mit Zustimmung des Rats gestern kurzfristig auf die Tagesordnung gesetzt. Denn die Zeit drängte: Um den GBI-Gesellschaftervertrag zum Jahresende kündigen zu können, muss die Kündigung bis zum 30. Juni eingereicht werden.

Auch im Pirmasenser Stadtrat war der GBI-Buchungsfehler bereits Thema. Bürgermeister Peter Scheidel (CDU) erklärte, sollten die Südwestpfalz und Zweibrücken kündigen, wäre das Risiko auch für Pirmasens zu hoch. Aufgrund des Buchungsfehlers muss der Kreis 94 000 Euro nachzahlen, Pirmasens 25 000 Euro. Für heute ist eine außerordentliche Gesellschafterversammlung der GBI einberufen.



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