| 20:32 Uhr

Lesung im Contwiger Rathaus
Empfehlung durch Leser ist am Wichtigsten

Elisabeth Herrmann stellte ihren Thriller „Stimme der Toten“ vor.
Elisabeth Herrmann stellte ihren Thriller „Stimme der Toten“ vor. FOTO: Norbert Rech
Contwig. Die Krimi-Autorin Elisabeth Herrmann begeistert bei Lesung in Contwiger Rathaus. Von Norbert Rech

Ein Fest für Literaturfans in der Region: Im Rahmen der Bibliothekstage war die renommierte Krimiautorin Elisabeth Herrmann am Mittwochabend zu Gast im Contwiger Rathaus. Das Team der örtlichen Bücherei hatte die Lesung liebevoll vorbereitet, die allerdings spärlich besucht war.

Herrmann war ihre gute Laune aber nicht zu nehmen. Mit ganz viel Leidenschaft und perfekter Mimik brachte sie Passagen ihres Thrillers „Stimme der Toten“ zu Gehör, der sich um die Tatortreinigerin Judith Kepler dreht. Es handelt sich bei dem Werk um den Mittelteil einer Trilogie. In einer ZDF-Verfilmung des ersten Teils wurde Kepler von Anna Loos gespielt.

In ihrer Lesung schildert Herrmann die Handlung: In einem Bankhaus stürzt ein Mann in die Tiefe und Judith muss den Aufprallplatz um die Leiche reinigen. Dabei entdeckt sie Spuren, die auf einen Mord hindeuten – bald wird sie verfolgt und auch Geheimdienste spielen da eine Rolle. Die Autorin beschreibt viele Szenen so, dass die Leser sich die Situation bis ins Detail vorstellen können. Etwa wenn nach der Zerstörung eines Aquariums die toten Fische durch die Luft fliegen. Besonders brutal erscheint manchen die Begegnung mit Nazis in einem kleinen Dorf in Mecklenburg-Vorpommern. In dieser so genannten „national befreiten Zone“ lebt ein früheres Nachbarmädchen, das Judith befreien möchte. Dabei wird sie von den Nazis misshandelt.



Auf die Frage einer Zuhörerin, wie sie auf ihre Geschichten kommt, antwortet die 59-Jährige, dass alles Fantasie sei. Doch gehöre auch eine grundlegende Recherche zu ihrer Arbeit. So habe sie viele Informationen beispielsweise auch vom Verfassungsschutz erhalten. Die reine Schreibzeit betrage ein gutes halbes Jahr. Wenn dann zu dem Roman ein Drehbuch geschrieben werden soll, kann es auch zu unterschiedlichen Auffassungen kommen. Als Beispiel nennt die Autorin „Das Dorf der Mörder“, bei dem der Regisseur ihre Geschichte völlig verändert habe. Selbstverständlich müsse sie dem zustimmen, doch es gebe ein hohes Maß an künstlerischer Freiheit. Herrmann hat selbst sehr spät mit dem Schreiben von Büchern begonnen. Der Grundstein des Erfolges liege auf der Weiterempfehlung durch die Leser.