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Ortsgemeinderat Riedelberg
Ein Schlüssel für alle Schlösser

 Wie ein Bediensteter in einer JVA kommt sich Ortsbürgermeister Christian Schwarz (Bild) vor. Doch dieses Gefühl soll bald Vergangenheit sein, denn es wird für die Gemeindeobjekte bald eine zentrale Schließanlage geben.
Wie ein Bediensteter in einer JVA kommt sich Ortsbürgermeister Christian Schwarz (Bild) vor. Doch dieses Gefühl soll bald Vergangenheit sein, denn es wird für die Gemeindeobjekte bald eine zentrale Schließanlage geben. FOTO: Norbert Schwarz
Riedelberg. Riedelberg soll eine einheitliche Schließanlage für die Liegenschaften der Ortsgemeinde bekommen. Von Norbert Schwarz

Bilder sagen bisweilen mehr als 1000 Worte. So war es auch bei der Zusammenkunft der Riedelberger Ratsmitglieder am Dienstagabend im Dorfgemeinschaftshaus, als darüber diskutiert wurde, ob es für die drei gemeindlichen Einrichtungen (Dorfgemeinschaftshaus, Leichenhalle und ehemaliges Schulhaus) eine zentrale Schließanlage geben soll. Gleich einem Vollzugsbeamten in einem Gefängnis zückte Ortsbürgermeister Christian Schwarz ein Schlüsselbündel, das die Ratsmitglieder beeindruckte.

„Ich habe ja diesen Antrag nicht aus lauter Jux und Tollerei gestellt“, meinte Ortsbürgermeister Christian Schwarz in einem nachträglichen Gespräch am Sitzungsabend. „Bei dieser Schlüsselvielzahl, die zudem unsortiert und lose ungebündelt bei meinem Amtsantritt übergeben wurden, kann man nur schwer den Überblick behalten. Mit einer zentralen Schließanlage lässt sich da alles viel besser organisieren. Von dieser Maßnahme einer zentralen Schließanlage für die drei Gemeindeeinrichtungen, partizipieren schließlich auch Amtsnachfolger. Das ist ja keine Entscheidung allein für die kommenden Jahre meiner Ehrenamtszeit“.

Klar wurde auch in der kurzen Diskussion, dass es mit dem Austauschen von Schlössern nicht getan ist. Der Ortsbürgermeister war am Sitzungsabend von einer Gesamtinvestition in Höhe von 2000 Euro ausgegangen. Vergleichsangebote, auf die drei Riedelberger Objekte abgestimmt, sollen bei einer kommenden Auftragsvergabe den Mitgliedern im Gremium die Auftragsvergabe erleichtern.



Zum Sitzungsbeginn machte Schwarz den Ratsmitgliedern die Teilnahme am diesjährigen Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ schmackhaft. Dieses und nächstes Jahr werden die Entscheidungen auf Kreis-, Gebiets- und Landesebene fallen. Im Jahr 2022 dann kommt es wieder zum Bundesentscheid. Der Weg dahin ist schwierig und mit der beschlossenen Teilnahme sollen auch insbesondere die Dorfbewohner zu weiterem Engagement in ihrem Heimatort animiert werden.

Wie sind die Zukunftsperspektiven der einstigen Grenzlandortschaft? Derzeit wird kreisweit um die Teilnahme am sogenannten „Zukunfts-Check Dorf“ geworben (wir berichteten), wobei der demografische Wandel hierzulande einen ganz besonderen Aspekt darstellt. Vom Land selbst ist dieser „Zukunfts-Check Dorf“ initiiert worden, der bereits im nördlichen Landesteil, im Eifelkreis Bitburg-Prüm eine große Resonanz fand und nunmehr im Landkreis Südwestpfalz eine Neuauflage erfahren soll.

Christian Schwarz hatte sich der intensiven Mühe unterzogen und für den Sitzungsabend eine sehr beeindruckend Powerpoint-Präsentation vorbereitet. Der Demografische wie gesellschaftliche Wandel bilden zusammen mit dem Strukturwandel in der Landwirtschaft und veralteten Dorfkonzepten die Ausgangslage bei diesem Check. Bürgerliches Engagement, Erhalt der Dörfer und neue Dorfentwicklungskonzepte sind die Ziele. Die Bürgerbefragung wird diesmal schriftlich erfolgen. Der Häuser-Leerstand spielt beim Gebäudekataster eine ganz wesentliche Rolle. Im Grundsatz sprachen sich die Ratsmitglieder dafür aus, bei diesem „Dorf-Check“ mitzumachen.

Die erste Erweiterung des Bebauungsplanes „Im Hasengarten“ wurde beschlossen. Er war im beschleunigten Verfahren auf den Rechtsweg gebracht worden. Planänderungen gab es nicht. Der bisherige Revierförster Betz ist in den Ruhestand getreten, die Forstreviere müssen neu geordnet werden. Für Riedelberg insgesamt weniger von Bedeutung, weil die Ortschaft kaum Gemeindewald besitzt. Der Neuordnung der Forstreviere wie vom Forstamt Westrich vorgeschlagen wurde zugestimmt.