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Eigenkompostierer sind die Verlierer

Dellfeld. Der Restmüll verursache immense Kosten. Deshalb setzt Michael Zwick, Leiter der Abteilung Umwelt in der Kreisverwaltung Südwestpfalz, auch auf die Einführung der Biotonne im Januar. Das neue System werde aber für manche Haushalte auch Nachteile bringen. Norbert Rech

Durch das neue Abfallwirtschaftskonzept des Landkreises Südwestpfalz werden ab Januar manche Haushalte weniger, aber andere mehr Gebühren bezahlen. Das erklärte gestern Abend Michael Zwick, Leiter der Abteilung Umwelt der Kreisverwaltung, während einer Informationsveranstaltung im Dellfelder Bürgerhaus. Dieses war zum Bersten gefüllt - nicht wenige Besucher mussten aus Platzmangel sogar wieder nach Hause fahren. Es werde aber demnächst in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land eine weitere Veranstaltung zu diesem Thema geben, versicherte Zwick.

Ausgangspunkt der Änderungen sei die gesetzlich vorgeschriebene Einführung der Biotonne. Vor dem Hintergrund, dass eine zusätzliche Tonne auch zusätzliche Kosten mit sich bringt, sei überlegt worden, ob und wo anderweitig durch Veränderungen Einsparungen erzielt werden können, um den Bürgern nicht zu hohe Gebühren zumuten zu müssen. Als Ziel nannte der Abteilungsleiter, die hohe Restmüllmenge zu minimieren. Diese verursache extrem hohe Kosten . So müsse der Landkreis im Müllheizkraftwerk Pirmasens 265 Euro pro Tonne bezahlen. "Die Kosten für Bioabfälle liegen unter 60 Euro", verdeutlichte Zwick den Unterschied.

Die Restmülltonne werde ab Januar nur noch alle vier Wochen und die Biotonne alle 14 Tage geleert (wir berichteten bereits ausführlich). Säcke mit Windeln oder Damenbinden würden ebenfalls alle 14 Tage eingesammelt. Beim Sperrmüll erfolgt die Abfuhr künftig auf Abruf. Der Termin, der innerhalb von vier Wochen liege, werde dem Bürger direkt mitgeteilt. Eine Abfuhr im Jahr sei in der ohnehin zu zahlenden Haushaltsgrundgebühr eingerechnet, erläuterte Zwick.

Beim Grünschnitt, der bisher zwei Mal jährlic von zu Hause abgefahren wurde, sei künftig keine Abholung mehr geplant. Diesen Service hätten zuletzt immer weniger Bürger genutzt, so dass sich die Abholung nicht mehr gerechnet habe. Im neuen System könne der Grünschnitt entweder über die Biotonne entsorgt oder an jedem der zehn Wertstoffhöfe unabhängig von der Menge kostenlos abgegeben werden. Bei allen weiteren Abfallarten wie Wertstoffen, Kühlgeräten, Schadstoffen und dem gelben Sack bleibe alles beim Alten.

Negative finanzielle Folgen werde das neue Konzept für die Eigenkompostierer und kleineren Haushalte haben, räumte der Abteilungsleiter ein. "Aber auch bei Beibehaltung des bisherigen Systems ohne Biotonne, wären höhere Abfallentsorgungsgebühren auf die Bürger zugekommen", so die Berechnung Zwicks.

Bei der anschließenden Diskussion wurde vor allen eine Benachteiligung der Eigenkompostierer kritisiert. Der Austausch der Tonnen in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land erfolge in zwei Wochen, kündigte Zwick an.

lksuedwestpfalz.de