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Fest am Wochenende
Dietrichinger Fischer bekämpfen Krebs-Plage auf ihre Art

 Dietrichingens Fischer lassen es dieses Wochenende wieder beim Fischerfest krachen. Im Mittelpunkt dabei steht diese 60 Kilo schwere Riesenpfanne mit der künftigen Bürgermeisterin Ulrike Vogelgesang an der Kochstelle.
Dietrichingens Fischer lassen es dieses Wochenende wieder beim Fischerfest krachen. Im Mittelpunkt dabei steht diese 60 Kilo schwere Riesenpfanne mit der künftigen Bürgermeisterin Ulrike Vogelgesang an der Kochstelle. FOTO: Norbert Schwarz
Dietrichingen. (cos) Der Dietrichinger Dorfbrunnen  rückt erneut in den Mittelpunkt des fröhlichen Feierns. Vor Wochen erst legten sich viele Helfer aus dem Ort beim Organisieren des Dorffestes mit der künftigen Ortsbürgermeisterin Ulrike Vogelgesang mächtig ins Zeug, jetzt sind die Fischer an der Reihe. Von Norbert Schwarz

Gefeiert wird Samstag und Sonntag das 19. Fischerfest als eigenständiger Verein.

Das Zepter schwingt dabei, wie könnte es anders sein, der langjährige Vorsitzende Burkhard Zahn, ein Mann der ersten Stunde. An seiner Seite, neben rund 40 Helfern aus dem Dorfverein, erneut Ulrike Vogelgesang, welche sich natürlich über derart großes Engagement der Fischer freut. „Vom „Burgi“ habe ich nämlich erfahren, dass dieses 19. Fischerfest unter einem ganz besonderen Stern steht. Der Auftakt wird, das ist gleichfalls eine langjährige Besonderheit bei unserem im Umkreis beliebten Fischerfest, wie immer einen italienischen Touch bekommen und der Sonntag dann, das ist was ganz außergewöhnliches, spanisch.“ Die in einer 60 Kilo schweren-Riesenpfanne zubereitete Paella wird nämlich, statt der sonst üblichen Meeresfrüchte das Fleisch von amerikanischen Signalkrebsen bekommen. Diese Krebse kommen direkt aus der Trualb. Seit Jahren bereits sind nicht allein die aktiven Fischer an diesem Gewässer ständig mit Arbeiten zur Stelle, „Burgi“ Burkhard Zahl verstand es auch zusammen mit weiteren Mitstreitern, die Dorfjugend für die Arbeiten am Fließgewässer zu begeistern.

Vereinsvorsitzender Zahn: „Wir haben extra Laichplätze angelegt, teilweise wurde der Baulauf renaturiert. Wir hatten die Weichen dafür gestellt, dass wir nicht in jedem Jahr Fische einsetzen mussten, sondern über die sieben angelegten Laichplätze der Fischbestand zu vermehren gewesen wäre. Doch mit dem Einschleppen des amerikanischen Signalkrebses in unserem Bachgewässer wuchs die Gefahr, dass diese Absicht bald der Vergangenheit angehört, denn die Krebse räubern den Fischlaich unvorstellbar.“



Allein im letzten Jahr haben die Dietrichinger Fischer 2000 (!) solcher Krebse gefangen, die mitunter groß wie eine Menschenhand werden. Mit Reusen stellen die Fischer den Krebsen nach, die „Krebsplage“ ist nicht allein im Trualbgewässer der Dietrichinger feststellbar. Stefan Schnur hat allein 700 solcher Krebse für das Fischerfest „geködert“, andere Fischer standen ihm nicht nach. Bert Fritzenwanker, das österreichische Idol des Ortes, schwärmt zwar vom pikanten Krebsfleisch. Doch wenn man des Bestandes dieser amerikanischen Signalkrebse nicht Herr in den Bächen werde, sieht auch er große Gefahren für den allgemeinen Fischbestand.

Neben den üblichen Fisch- und Grillgerichten wird es Pizza zum Auftakt geben, „Burgi“ Burkhard Zahn wird dabei wie immer im Mittelpunkt stehen und die Pizzen in die Luft werfen. Gaudibursche Zahn hat den Beruf des Bäckers erlernt und ausgeübt, seine Pizzen sind deshalb beliebt und heiß begehrt. Die Paella mit dem Krebsfleisch als eine besondere Zutat wird dann am Sonntag zur Mittagszeit neben den vielen weiteren Fischgerichten eine Spezialität sein.