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Deutsche scheuen diesmal die Grippeimpfung

Zweibrücken. Auf eine Impfung gegen Grippe sollte man nicht verzichten. Dieser Auffassung ist Dr. Barbara Gärtner vom Institut für Virologie am Universitätsklinikum Homburg. Die Expertin zog gestern Abend im Rahmen der Herzwoche des Evangelischen Krankenhauses Zweibrücken eine Bilanz der Influenza-Pandemie

Zweibrücken. Auf eine Impfung gegen Grippe sollte man nicht verzichten. Dieser Auffassung ist Dr. Barbara Gärtner vom Institut für Virologie am Universitätsklinikum Homburg. Die Expertin zog gestern Abend im Rahmen der Herzwoche des Evangelischen Krankenhauses Zweibrücken eine Bilanz der Influenza-Pandemie. "Die Impfung bietet einen wichtigen Schutz, ist relativ sicher und arm an Nebenwirkungen", erklärte die Medizinerin. Im Bezug auf die Schweinegrippe habe es mit 258 Menschen in Deutschland "relativ wenig Verstorbene gegeben" und jedem der sich impfen lassen wollte, sei hierzu die Möglichkeit gegeben worden. In manchen anderen Ländern, wie beispielsweise der Türkei habe es dagegen erst gar keinen Impfstoff gegeben. Positiv sei auch, dass nur die erwarteten Nebenwirkungen eingetreten sind. In diesem Jahr laufe die Grippeimpfung schleppend an. Der neue Impfstoff besteht aus den Antigenen dreier Erreger, darunter auch dem Schweinegrippe-Virus. Die Grippe zeichnet sich im Gegensatz zur Erkältung durch hohes Fieber, Husten und plötzlichen Krankheitsbeginn aus. Wegen der möglichen Komplikationen ist die Krankheit besonders gefährlich. Bei Menschen, die eine geschwächte Abwehr haben, kann es zu Lungenentzündungen oder gar zu Todesfällen kommen. Gärtner führt dies unter anderem auf fehlendes Problembewusstsein zurück. Schon im letzten Winter haben sich in Deutschland lediglich acht Prozent der Menschen gegen Schweinegrippe impfen lassen: "Das ist ein Armutszeugnis." Viele hätten dies mit Nebenwirkungen begründet. "Dabei sind leichtes Fieber oder Anschwellen der Lymphknoten ein Zeichen der Wirkung der Impfung", beschreibt die Expertin. Auch die Wahrscheinlichkeit gegen das Serum allergisch zu sein, liege bei 1:1,2 Millionen. Die meisten Krankheitssymptome stünden in keinem kausalen Zusammenhang mit der Impfung. nob