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Feuerwehr
Deutsch-französische Rettungsübung

 Deutsche und französische Feuerwehrleute übten jetzt bei der Hieronymus-Bock-Grundschule in Hornbach gemeinsam den Ernstfall.
Deutsche und französische Feuerwehrleute übten jetzt bei der Hieronymus-Bock-Grundschule in Hornbach gemeinsam den Ernstfall. FOTO: Norbert Schwarz
Hornbach. Feuerwehren von diesseits und jenseits der Grenze haben am Samstag in Hornbach gemeinsam geübt. Von Norbert Schwarz

55 deutsche und französische Feuerwehrleute haben bei der Hieronymus-Bock-Grundschule den Ernstfall geübt. Die samstägliche Großübung mit Feuerwehrleuten aus Schweyen, Zweibrücken und Hornbach fand zum neunten Mal statt. Über die gleiche Zeitspanne hinweg hatten zuvor bereits die Stadtfeuerwehr Zweibrücken und die französischen Nachbarn engste Kontakte gepflegt, bevor die Pirminiusstädter mit ins Boot geholt worden, weil die Sapeur-Pompiers aus Schweyen und die Feuerwehrleute aus Hornbach schließlich unmittelbare Nachbarn sind.

„Kooperationen wie diese zeigen nicht nur interkommunale Zusammenarbeit, sondern europäische Freundschaft auf höchstem Level. Sie sieht Europa, so sieht die Europäische Union aus. Gelebt von denen die eine Spreche sprechen: Feuerwehr.“ Auf Facebook trifft die VG-Feuerwehr Zweibrücken-Land diese Feststellung und natürlich war nicht allein Bürgermeister Jürgen Gundacker voll des Lobes für die gelebte Partnerschaft.

Hornbachs Bürgermeister Reiner Hohn schaute in die Vergangenheit und erinnert daran, dass vor Jahrzehnten die französischen Feuerwehrkameraden aus Schweyen  beispielsweise mit ihrem roten Einsatzfahrzeug nicht einmal direkt nach Hornbach fahren durften. „Es hat damals kein Versicherungsschutz bestanden.“ Für den Hornbacher Stadtbürgermeister ist nicht allein die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Frankreich Vorbild, solche Kooperation auf der kommunalen Eben könnten überall helfen Gelder einzusparen.



Tatsächlich passiert auf dieser untersten, zwischenmenschlichen Ebene viel. Thomas Hohn, verantwortlicher Leiter bei dieser Großübung erinnert daran, dass die Feuerwehrleute aus den drei Löscheinheiten selbst einfallsreich waren und dafür sorgten, dass deutsche und französische Löschschläuche gekoppelt werden konnten und damit eine ganz wesentliche „Hürde“ problemlos überwunden wurde.

An ihren silbrig-glänzenden Feuerwehrhelmen sind die 15 „sapeur-pompiers“ aus Schweyen bei der Großübung leicht auszumachen gewesen. Sie mussten dabei den Part übernehmen, der nach dem Einsatzplan für einen Brand in der Grundschule von den Löscheinheiten aus Mauschbach und Dietrichingen erfüllt werden müsste. Nochmals Thomas Hohn: „Das klappte ausgezeichnet und problemfrei. Wir mischten auch die Gruppen mit den Atemschutzträgern, das ging alles reibungslos vonstatten.“

30 Schulkinder wurden aus den „vernebelten Innenräumen“ sicher ins Freie zum zentralen Sammelpunkt hinter der Schulturnhalle geleitet. Die Schulleitung hatte das in der Vergangenheit bereits wiederholt mit den Kinder geübt. Eine lehrreiche Erfahrung konnten die Hornbacher Feuerwehrleute aus der Großübung zudem mitnehmen. Beim Funkverkehr heißt es im Ernstfall aufzupassen. Hohn dazu: „Beim Netzbetrieb läuft auf dem Schulhof alles problemfrei, im Direktbetrieb gibt es allerdings Störungen. Das wissen wir jetzt und können in künftigen Fällen entsprechend handeln.“