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Evangelischer Kirchenchor Großsteinhausen
Deutsch-französische Klang-Harmonie

 Der Evangelische Kirchenchor Großsteinhausen bei seinem Auftritt unter dem Motto „Musik ohne Grenzen“.
Der Evangelische Kirchenchor Großsteinhausen bei seinem Auftritt unter dem Motto „Musik ohne Grenzen“. FOTO: Margarete Lehmann
Großsteinhausen. „Musik ohne Grenzen“ in der evangelischen Kirche Großsteinhausen war am Samstag die siebte deutsch-französische Begegnung. Gespielt wurden geistliche und weltliche Stücke. Zu Gast war unter anderem der französische Partnerchor „Chorale Oecumenique du pays de Bitche“.

Der Evangelische Kirchenchor Großsteinhausen Cho feierte im vergangenen Jahr sein 175-jähriges Jubiläum. Das jetzige Konzert „Musik ohne Grenzen“ mit dem französischen Chor „Chorale Oecumenique du pays de Bitche“ in der Großsteinhauser Kirche bot am Samstag einen sehr schönen Nachklang dieses Jubiläums und zugleich einen optimistischen Blick in die Zukunft. Denn die Beziehungen zu Frankreich zu pflegen ist und bleibt ein Anliegen unserer Region. Johann Sebastian Bach mit seiner wunderbaren Melodie zu den Worten „Wohl mir, dass ich Jesum habe“ ist ein passender Anker für dieses Bestreben und schwebt quasi über dem Abend.

Chorleiterin Lieselotte Mantei, die die Gesamtleitung des Abends hatte, sagte: „Ich freue mich riesig auf dieses Konzert, es ist der siebte gemeinsame Auftritt“. Damit weckte sie natürlich Erwartungen – und erfüllte sie. Mit einer Suite von Jean Philippe Rameau und einem Instrumentalkreis begann das Konzert schwungvoll. Der Großsteinhauser Chor setzte mit „Singet froh“ gleich die treffenden Akzente. Elias Tarrach spielte Klavier und später Horn mit großer Präzision und viel Ausdruck. Der Chor sang in starker Besetzung mit reichen Nuancen. Es folgten „Dona pacem“ (Schenk uns Frieden) und „Herr der Ewigkeit“, begleitet ein Mal mit Altflöte, ein Mal mit Gitarre. „Der Chorleiter des französischen Chors hat sich tragischerweie den Fuß gebrochen, da bin ich spontan und sehr gerne eingesprungen“, erzählt Kantor Oliver Duymel, der unter anderem auch den Riedelberger Chor leitet. „Die Franzosen leben schon seit Jahrzehnten ökumenisch, während wir die Religionen noch gern weit auseinander halten. Sie fragten bei mir an, ob die Herren die Jacken beim Singen ausziehen dürften.“ Dinge, die Oliver Duymel gleich beim ersten Zusammenarbeiten auffielen. Ihr Liedgut ist zu großen Teilen bei uns wenig bekannt, die Barcarole natürlich nicht. Hugues Aufray schrieb und sang beim Eurovision Contest 1964 „Dès que le printemps revient (Wenn der Frühling wiederkommt)“ – der Chor erhielt hier viel Aufmerksamkeit und enthusiastischen Beifall. Sie sangen also neben geistlichen Liedern auch weltliche Lieder. Aufray setzt sich noch heute im hohen Alter für humanitäre Ziele ein. „Wir lernten uns bei einem Besuch in Bitche kennen, das war vor sieben Jahren, seitdem pflegen wir die entstandene Freundschaft durch gegenseitige musikalische Treffen“, erzählt Manfred Süs. Das Konzert endete mit einem gemeinsamen Auftritt mit „Neigen sich die Stunden“ des österreichischen, zeitgenössischen Komponisten Lorenz Maierhofer.

Verdienter, anhaltender Beifall folgte für Chöre und Solisten. Die gut 120 Zuhörer waren begeistert.