| 18:11 Uhr

Schimmel in der Grundschule
Der Contwiger Wasserfluch

 Die schimmelgeplagte Grunschule Contwig.
Die schimmelgeplagte Grunschule Contwig. FOTO: Norbert Schwarz
Contwig. Die Frage, wie die Feuchtigkeit dauerhaft aus der Grundschule verbannt werden kann, ist weiter unbeantwortet. Von Norbert Schwarz

Hoffnung auf eine baldige Rückkehr in ihr angestammtes Schulgebäude, die Pestalozzi-Grundschule an der Maßweiler Straße, können sich Grundschüler und Pädagogen in Contwig wohl nach derzeitigem Kenntnisstand nicht machen. Ein großes Fragezeichen steht im Augenblick an der weiteren Vorgehensweise. Allein zum Abdichten der im Erdreich versteckten Kellerwände müssten laut Gutachten wohl 270 000 Euro aufgewendet werden. Weitere Kosten nicht eingerechnet und der „Casus Knactus“:  Die Außenwände im Erdgeschoss blieben feucht, so der Gutachter.

Warum dies so kommen könnte, ist mit der baulichen Beschaffenheit des Schulgebäudes zu erklären, welches damals die Ortsgemeinde Contwig errichtet hatte. Aus Kostengründen wurde das Gebäude nur teilweise unterkellert, in erster Linie für die Koksheizung und den Kohlenkeller. Darum kann man die Schule auch nicht wie komplett unterkellerte Gebäude rundherum aufgraben, abdichten und somit der Bodenfeuchtigkeit in jeder Hinsicht einen Riegel vorschieben. Denn zumindest die Kellerwand, die unter dem Gebäude und nicht an dessen Rand endet, kann man naturgemäß nicht aufgraben. Außerdem, und diesen Haken haben auch andere Sanierungsansätze, würde durch die Bodenplatte des nicht unterkellerten Gebäudeteils weiter Feuchtigkeit in die Wände steigen. Daher kommt der Gutachter zu dem Ergebnis: „Eine Außenabdichtung erscheint aus technischen und wirtschaftlichen Gründen nicht umsetzbar beziehungsweise vertretbar. Daher kommt zur nachträglichen Abdichtung eine Innenabdichtung in Frage“.

 Das vorhandene Kellergeschoß soll dafür in einer „Wanne“ zu stehen kommen. Die inneren Kellerwände müssen dafür auf eine Tiefe von 20 Zentimeter von den Außenwänden zunächst abgetrennt und später wieder eingebunden  werden. Auf die Standfestigkeit des gesamten Gebäudes soll eine solche „Wannensanierung“ keinen Einfluss haben. allerdings würden  die Wände weiter feucht bleiben, weil nach außen nicht abzudichten. 



Mit dem bekannten „Injektionsverfahrten“ (damit wurde auch das historische Gotteshaus in Winterbach im Turmbereich trocken gelegt) sieht der Gutachter gleichfalls eine Möglichkeit der Trockenlegung. Bei diesem Verfahren werden in die Kellerwände Löcher gebohrt, die dann mit einer Injektionslösung befüllt werden, die sich auf der Außenseite der Mauer verteilt. Auf diese Art und Weise soll das Mauerwerk „wasserundurchlässig“ werden. Der Gutachter erachtet eine solche Lösung als die sinnvollste der aufgezeigten Sanierungsmöglichkeiten.

100 000 Euro stehen derzeit im Etat der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land. Schon jetzt kommt allerdings der Gutachter auf eine Summe von 270 000 Euro, grob gerechnet. Wie es weitergehen soll, weiß bei der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land im Augenblick niemand. Um eine „zweite Meinung“ zu bekommen, wurde das bekannte Zweibrücker Architekturbüro Grub mit ins Boot geholt. Dieses soll Lösungsvorschläge erarbeiten und Kosten ermitteln. 

Ob Sanierung oder vielleicht ein Anbau bei der Grundschule in Stambach? In diesem Schulgebäude können derzeit nicht alle Grundschüler aus der gesperrten Pestalozzischule aufgenommen werden. Die beiden dritten Klassen haben deshalb bis zum Ende des Schuljahres eine „Notaufnahme“ in der IGS Contwig gefunden. Eine harte Nuss, welche die Mitglieder des Verbandsgemeinderates in dieser Sache zu knacken haben.  Wann das der Fall sein wird, steht im Augenblick noch nicht fest.