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Projektbilanz
„Demokratie leben“ wird fortgesetzt

Südwestpfalz. 2018 gab es 47 Projekte gegen Diskriminierung im Landkreis Südwestpfalz. Von Bastian Meyer

Der Begleitausschuss der Partnerschaft für Demokratie Südwestpfalz hat in seiner jüngsten Sitzung einen Überblick über die im vergangenen Jahr über das Bundesprogramm „Demokratie leben“ geförderten Projekte im Landkreis gegeben.

Zunächst informierte Marika Keller von der Fach- und Koordinierungsstelle über die aktuellen Neuigkeiten. So wird das Bundesprogramm, das demokratiebildende und -fördernde Projekte gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit fördert, auch von 2020 bis 2022 wieder laufen. Die neue Förderperiode startete und seit Ende Februar gebe es neue Richtlinien für die Fortführung der regionalen Partnerschaften für Demokratie, sagte Keller. Unter anderem können die Partnerschaften nun eigene Öffentlichkeitsarbeit betreiben, ohne sich dies zuvor absegnen zu lassen. Förderanfragen können dann ab April gestellt werden und ab Oktober sollen die ersten Bewilligungen möglich sein.

Insgesamt belaufe sich die Fördersumme für die einzelnen Projekte auf rund 125 000 Euro pro Jahr, die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend übernommen werden.



Keller berichtete, dass am 18. Oktober in der Hornbacher Pirminiushalle die gemeinsame Abschlussveranstaltung des Begleitausschusses mit den Partnerverbänden Pirmasens und Zweibrücken stattfinden werde. „Wir werden gemeinsam Rückschau halten, insgesamt wurden 47 Projekte umgesetzt und auf den Weg gebracht“, freute sich Keller.

Alen Brinza, interkultureller Trainer und Mediator, berichtete von seinen Projekten an dem Kindergarten Kröppen, den Kindertagesstätten in Münchweiler, der BBS Rodalben sowie der IGS Thaleischweiler-Fröschen. Brinza sprach über die Projekte „Friedlich streiten“ oder „Demokratisch miteinander“. Die Kinder und Jugendlichen lernten dabei, wie sie gewaltfrei Konflikte lösen können oder wie sie Mobbing entgegenwirken.

Jennifer Frieden von der Jugendkulturwerkstatt informierte über das Projekt „Wir sind bunt“, das an der Realschule plus in Hauenstein durchgeführt wurde. Hier gab es einen Kunst- sowie einen Musikworkshop, dabei ersangen die Schüler das Lied „Wir blicken nach vorne“, in dem Demokratie und Menschenrechte thematisiert wurden. Frieden war auch für das Projekt Lebenswelten an der Daniel-Theyson-IGS Waldfischbach-Burgalben verantwortlich, das sich ebenfalls für die Demokratiestärkung einsetzt.

Kreisjugendpfleger Jens Seegmüller erzählte vom Demokratiecamp, einem Projekt des Kreisjugendrings. Hier trafen sich im Turnerheim Annweiler 36 Leute aus dem Landkreis zusammen mit Demokratietrainern aus ganz Deutschland, um interessante Fachvorträge wie zum Beispiel „Wie man rechten Parolen entgegentritt“ oder „Rechte Symbolik“ zu hören und sich als Netzwerk weiter zusammenzuschließen und die Kooperation zu vertiefen. Seegmüller lobte das Interesse von Vereinen und Verbänden an der Mitarbeit im Kreisjugendring.

Tina Sanio hatte im Projekt „Lernort Wald“ bis Dezember letzten Jahres an der Grundschule Maßweiler gewirkt. „Wertevermittlung auf natürliche Art“, war laut Sanio eines der Hauptthemen: Umweltbildung, wie die Flora und Fauna ineinander verzahnt sind oder wie Umweltkreisläufe funktionieren, wurde mit politischer Bildung verknüpft. Als Beispiel nannte Sanio die gegenseitige Hilfe von Bäumen bei Nährstoffknappheit oder Parasitenbefall. Das könne auch als Blaupause im menschlichen Miteinander dienen.

Susanne Ehrhardt vom Medienzentrum in Rodalben berichtete von der Vielfaltsbibliothek. Hier wurden 53 DVDs und Bilderbuchkinos angeschafft. Die Themen der Filme behandeln unter anderem Rechtsextremismus, Mobbing, Gewalt, Alter, Ausgrenzung, Behinderung, Integration und noch vieles mehr.

„Zukunft zusammen – Miteinander stärken“ lief wiederum an der Schule in Hauenstein. Hier wurden von Adel Tabbara Wertevermittlung, gesellschaftliche Vielfalt, Akzeptanz und Wertschöpfung bearbeitet. Gefördert wurde auch im Rodalber Dr. Lederer-Haus der Vortrag zum Thema „Wie erkennt man Radikalisierungstendenzen“.

Zu guter Letzt berichtete Keller noch von der erfolgreichen Premiere des zusammen von der Jukuwe und dem Arbeitskreis geflüchteter Menschen auf die Beine gestellten Aktionstages „Tag der Möglichkeiten“. Dabei haben sich in den Räumlichkeiten der Jugendkulturwerkstatt erstmals die engagierten Teilnehmer der Partnerschaft für Demokratie Südwestpfalz der Öffentlichkeit vorgestellt und gemeinsam ein Zeichen gegen Rassismus und Ausgrenzung gesetzt. „Es sollte gezeigt werden, dass es nicht nur viele Einzelprojekte gibt, sondern dass diese auch zusammengehören. Der Tag war mit über 300 Besuchern ein voller Erfolg und soll auch wiederholt werden“, so Keller.