| 14:19 Uhr

Beigeordneten-Wahl in Zweibrücken-Land
David Betz muss noch abwarten

 David Betz
David Betz FOTO: Andrea Pallmann
Zweibrücken-Land. Der 38-Jährige soll erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land werden. Die SPD/FDP/Grünen-Koalition steht hinter dem Contwiger. Von Fritz Schäfer

Die Corona-Krise hat die Veränderung bei den Beigeordneten der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land erst Mal gebremst. Am vergangenen Donnerstag, 19. März, wollte Doris Schindler (SPD) als Beigeordnete zurücktreten. Doch die Sitzung des Verbandsgemeinde-Rates musste abgesagt werden. Auch die für den 2. April angedachte Sitzung wird nicht stattfinden, sagte Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker (SPD) auf Nachfrage. Bis spätestens Ende Mai sollte eine Sitzung stattfinden, hoffte Gundacker. Am 1. Juni tritt Björn Bernhard (CDU) das Amt des Verbandsbürgermeisters an.

„Bis zu der Sitzung haben wir weiter eine vollständige Verwaltungsspitze mit Bürgermeister und drei Beigeordneten“, erklärte Gundacker. „Wir sind weiter handlungsfähig.“ Wie der SPD-Fraktionsvorsitzende im VG-Rat, Achim Scherer, in einer Mitteilung schrieb, habe Doris Schindler nach „langen Überlegungen mitgeteilt, dass sie insbesondere aus persönlichen Gründen nicht mehr für den Posten zur Verfügung steht“. Dafür zolle ihr die Partei „für die sicher nicht einfache Entscheidung Respekt und Anerkennung“.

Nach der Niederlage des SPD-Kandidaten bei der Bürgermeisterwahl war die im Koalitionsvertrag festgeschriebene Rochade bei den Beigeordneten notwendig geworden. Die dritte Beigeordnete Schindler wäre erste Beigeordnete geworden. Der bisherige erste Beigeordnete Thomas Hohn (FDP) sollte zweiter Beigeordneter werden. Und der bisherige Zweite, Bernd Hofer (Grüne), wäre dritter Beigeordneter werden.



Zu dieser Vereinbarung stehen Hohn und Hofer weiter. Auch die Fraktionen der FDP und Grünen werden an der Koalition nichts ändern, betonten die Beigeordneten auf Nachfrage. Zumal Hohn mit dem Brand- und Katastrophenschutz und Hofer mit Klima, Energie und Umwelt ihre Geschäftsbereiche behalten. Hohn: „Das ist dann egal, ob ich erster oder zweiter Beigeordneter bin.“ „Es geht um die Sache“, merkt Hofer an. Im Verbandsgemeinderat hat die SPD zehn Sitze, die FDP fünf , die Grünen vier, die CDU zehn und UWG drei Sitze. Der SPD-Kandidat hätte als mit den Stimmen der Koalitions-Parteien eine klare Mehrheit.

Wer Schindler nachfolgt – jetzt als erster Beigeordneter – sei „allein Sache der SPD“, sagt Hohn. „Da mischen wir uns nicht ein.“ Und da haben sich die Verantwortlichen der SPD-Fraktion und des Gemeindeverbands „nach etlichen Gesprächen mit potentiellen Anwärtern“ für David Betz entschieden“, schrieb Scherer. Die Entscheidung hätte nicht erst in der – dann ausgefallenen Sitzung am 19. März – fallen sollen. Bei der Entscheidung seien die Bereitschaft, die persönliche und berufliche Situation, das Lebensalter, die kommunalpolitische Erfahrung, die notwendige freie Zeit berücksichtigt worden und „nicht zuletzt sollte auch die Überlastung im Kontext mit anderen ehrenamtlichen Betätigungen vermieden werden“. Der 38-jährige Betz ist ausgebildeter Redakteur und derzeit stellvertretender Leiter des Wahlkreisbüros der Bundetagsabgeordneten Angelika Glöckner.

Schwerpunkt ist dabei das Thema Kommunikation. Schindler hat als Beigeordnete den Geschäftsbereich Kommunikation, Bildung, Soziales. Betz ist Mitglied des Contwiger Gemeinderats und erzielte bei der Bürgermeisterwahl in seiner Heimatgemeinde mit 36,8 Prozent „ein mehr als achtbares Ergebnis“ (Scherer).

„Doris Schindler hinterlässt ein bestelltes Feld“, schreibt Betz in der Pressemitteilung. Bei so einer Vorgängerin müssten „große Fußstapfen“ ausgefüllt werden. Er wisse aber „eine gute und verlässliche Fraktion“ hinter sich. Betz traut sich das Amt zu und möchte dabei auch „eigene Akzente“ setzen. Doch jetzt sollte es erst einmal um die Gesundheit aller gehen. „In solchen Zeiten sind Personalentscheidungen bei weitem nicht das Wichtigste.“