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Kita Bechhofen
Das Geld reicht nur für die kleine Lösung

 Für Kindergarten (Hintergrund) und Dorfgemeinschaftshaus muss die Ortsgemeinde viel Geld in die Hand nehmen, das sie nicht hat.
Für Kindergarten (Hintergrund) und Dorfgemeinschaftshaus muss die Ortsgemeinde viel Geld in die Hand nehmen, das sie nicht hat. FOTO: Norbert Schwarz
Bechhofen. In Bechhofen wird der alte Kindergarten saniert und um eine Dependance am DGH erweitert. Von Norbert Schwarz

In zwei Jahren wird bei der Kindertagesstätte „Spatzennest“ ein Raumbedarf für 148 Kinder notwendig sein. Unberücksichtigt dabei der Platzanspruch von Kindern aller Altersgruppen, die aus einem Neubaugebiet kommen, das die Ortsgemeinde anstrebt. Die gegenwärtig sechsgruppige Kindertagesstätte in der Schmittenflur muss um zwei Gruppen erweitert werden. Das sei Fakt, so der Tenor bei der Montagszusammenkunft der Ratsmitglieder.

Der Anbau für zwei Gruppen sei deshalb unaufschiebbar. Doch wie die Weichen für die Einrichtung gestellt werden sollen, erweist sich als problematisch, wie die Diskussionen zur Machbarkeitsstudie offenbarten. Problematisch deshalb, weil es der Kommune als Einrichtungsträgerin am nötigen Kleingeld fehlt und sie sich, egal wie, verschulden muss. „Wir werden im Regen stehen gelassen“, formulierte es prägnant das Ratsmitglied Bernd Knerr (SPD). 2,15 Millionen Euro müsste die Gemeinde in den Umbau der alten Einrichtung für vier weitere Gruppen investieren, der mögliche Kinderzuwachs aus dem angestrebten Neubaugebiet dabei nicht einmal eingerechnet.

Nachdem Ortsbürgermeister Paul Sefrin die Fakten zur gegenwärtigen Situation noch einmal hatte Revue passieren lassen, erläuterte Architekt Martin Grub die Machbarkeitsstudie. Der künftige Lösungsweg scheint demnach klar. Aus wirtschaftlichen Gründen kommt eine totale Aufgabe der jetzigen Kinderbleibe nicht in Frage. Zwar erfüllt nach baulichen Gesichtspunkten auch das gegenwärtige „Spatzennest“ nicht alle baurechtlichen Anforderungen (etwa die gesetzlich geforderte Barrierefreiheit), doch mit Kosten von rund 150 000 Euro (Brutto) sei der Altbestand weitgehend zeitgemäß umzugestalten.



Martin Grund ging auf Umnutzungen im Bestand detailliert ein, der Gruppenraum sechs soll demnach künftig für das Personal zur Verfügung stehen, die WC-Anlage komplett umgebaut werden. Die älteren Kinder sollten im Altbestand weiter betreut werden. Nachvollziehbar, weil ihre Unterbringung auf zwei verschiedenen Ebenen auch nach Umbauarbeiten nicht zu umgehen ist. Beim Dorfgemeinschaftshaus dann der Anbau für die U3-Kinder. Spitz gerechnet für eine Gruppe müsste die Gemeinde mit 500 000 Euro rechnen. Martin Grub verwies auf Erfahrungszahlen aus laufenden Projekten und zeigte die verschiedenen Alternativen auf.

„Die Zahlen sprechen für sich“, meinte Ortsbürgermeister Paul Sefrin (CDU) und CDU-Fraktionssprecher Matthias Roos konstatierte trocken: „Unser Gemeindehaushalt gibt das im Augenblick einfach nicht her.“ Zwar sei die Trennung und Zukunftsplanung toll, im Augenblick sollte man sich jedoch auf die Erweiterung um zwei Gruppen fokussieren, so sein Vorschlag. Bernd Knerr (SPD) wollte wissen, ob der Kostenansatz für den Umbau des Altbestandes ausreichend sei, schließlich sei bekannt, dass man gerade beim Umgestalten von Altbauten schnell Überraschungen erleben könnte. Zudem müsse geklärt werden, wie es sich mit der Zuwachsrate aus einem künftigen Neubaugebiet verhalte. Der Ortsbeigeordnete Achim Scherer (SPD)  rief nochmals die Kinderzahl für das Jahr 2021 (148 Kinder) in Erinnerung und meinte, dass es eine Pflichtaufgabe der Gemeinde sei, einen Kindergarten mit passenden Räumlichkeiten vorzuhalten. Deshalb müsse jetzt zunächst einmal an diese Pflichtaufgaben gedacht werden, bevor ein mögliches „Kürprogramm“ angegangen werde.

Architekt Martin Grub versicherte, dass schon jetzt streng nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten die Lösungsvorschläge erarbeitet worden seien. Die Kostenexplosion in der Bauwirtschaft sei allen bekannt. Grub bot an, mit dem Rat und den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft, die beim Erstellen der Machbarkeitsstudie stets ein offener Ansprechpartner gewesen sei, verschiedene Erweiterungs- und Neubauprojekte in der Stadt Zweibrücken und Region zu besichtigen. Dabei sei es auch möglich, Einblicke in eine Moduleerweiterung oder in eine in Holzbaukonstruktion zu bekommen.