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Dietrichinger Fischerfest
„Das Feiern steckt uns im Blut“

Beim Fischerfest der Dietrichinger Angelsportler kamen die Liebhaber von Fisch voll und ganz auf ihre Kosten. Geräucherte Forelle oder Aal zählten zu den vielen, leckeren dargebotenen Spezialitäten.
Beim Fischerfest der Dietrichinger Angelsportler kamen die Liebhaber von Fisch voll und ganz auf ihre Kosten. Geräucherte Forelle oder Aal zählten zu den vielen, leckeren dargebotenen Spezialitäten. FOTO: Norbert Schwarz
Dietrichingen. Das Fischerfest des ASV Dietrichingen zog am Wochenende wieder zahlreiche Besucher aus der Region an. Von Norbert Schwarz

„Das Feiern steckt uns Dietrichingern im Blut – und allen anderen bringen wir das im Handumdrehen bei.“ Willibald Carius zählt mehr als 80 Lenze, doch er packte beim Fischerfest des Angelsportvereins Dietrichingen am Wochenende trotzdem an wie ein junger Hirsch.

Burkhard Zahn, den alle nur „Burgi“ nennen, und der auf der Kommandobrücke des Angelsportvereins steht, strahlte übers ganze Gesicht. Und verriet ein Festnovum: „Unser Fischerfest beginnt seit etlichen Jahren mit einem italienischen Abend. Da gibt es Pizza so viel wie jeder essen kann. Trotzdem blieb in der Vergangenheit am Ende des Fests immer noch viel Teig übrig. Am Samstag war es das erste Mal der Fall, dass alles ratzeputz alle war. Das freut mich als Vorsitzender ganz besonders. Einen besseren Beweise dafür, dass es allen geschmeckt hat, gibt es nicht“.

Das Feiern zünftiger Feste ist den Dorfbewohnern von Dietrichingen in Fleisch und Blut übergegangen. Aber nicht nur das Feiern: denn um so eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen, bedarf es großer Mühen in der Vorbereitung. Aber auch in dieser Hinsicht ist das Fischerfest gut aufgestellt: In Person von Hannelore und Manfred Stähly etwa, die aus dem benachbarten Mauschbach kommen und sich seit vielen Jahren in die Helferschar des kleinen Fischervereins einreihen. Denn Manfred Stähly geht hier seiner Passion, dem Angeln nach. Für die Stählys ist das Zupacken selbstverständlich, ob in der eigenen Heimatgemeinde oder wie jetzt beim beliebten Fischerfest, das auch wieder viele Mauschbacher besuchten. „Ob Dorf- oder Fischerfest, es muss schon eine große Helferschar zupacken, damit das Fest zu einem Erfolg werden kann“, sinnierte „Burgi“ Zahn, der zusammen mit vielen anderen gestandenen Mannsbildern damals in den heißen siebziger Jahren zur Fritzenwankers Schuhplattler Gruppe zählte, die zu den legendären Frühlingsfesten Tausende von Besuchern in die kleinen Orte lockte. „Dodemet kenne mir uns mit unserem Fischerfest awwer ned vergleiche“, meinte Zahn schmunzelnd und freute sich mit allen übrigen Verantwortlichen des ASV, dass das Fischerfest an diesem Wochenende beim Dorfbrunnen wieder zu einem vollen Erfolg wurde. Dabei schuldete der Vereinsvorsitzende noch eine Erklärung dafür, dass ein Fischerfest mit einem „italienischen Abend“ eröffnet wird. Doch schlagfertig wie der „Burgi“ schon immer gewesen ist, konterte dieser mit der Feststellung: „Guck dich um, sinn do ned Leid genuch?“



In der Tat, die Pizzen und Flammkuchen von mehr als einem Zentner Teig, höchstpersönlich von „Burgi“ Zahn nach eigener Rezeptur zubereitet (Burkhard Zahn hat das Bäckerhandwerk beruflich erlernt), lockte die Besucher scharenweise an. Dabei wurde ein Schlangestehen ohne Murren hingenommen. Denn den Pizzen aus den Dietrichinger Steinherden beim Fischerfest eilt inzwischen ein besonderer Ruf voraus. Zahn dazu: „Wir machen das öfter, nicht in jedem Jahr, aber weil Italien ja bei der Fußball-WM nicht dabei war und Jogis Jungs so schnell die Segel gestrichen haben, wollten wir es nochmals mit Pizzen probieren – und der Erfolg war optimal. Wer Fisch haben will, kommt ja auch nicht zu kurz, aber unsere Pizzen, von denen jeder gegen einen Festbetrag essen kann soviel er will, sind schon etwas Besonderes.“ Ganz „italienisch“ war zudem die Atmosphäre auf dem Festplatz: bunte Lichterketten und tolles Wetter sorgten am Samstag für die besten äußeren Bedingungen.

Standen Pizzen und Flammkuchen zum Auftakt des Fischerfestes ganz oben an, drehte sich am Sonntag alles um den Fisch. Ofenlachs auf einem Gemüsebett war dabei ebenso ein Renner wie die geräucherte Forelle aus dem eigenen Gewässer. Oder der Seelachs mit verschiedenen Soßen. Insbesondere Aalliebhaber kamen voll und ganz auf ihre Kosten. Vereinschef Zahn vergaß nicht, darauf hinzuweisen, dass mehr als 20 Aale allesamt im eigenen Fanggewässer geködert wurden – und deshalb besonders schmackhaft seien. 50 Helfer wurden aufgeboten, um die vielen Besucher zufrieden zu stellen.