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Ich lebe gerne in Biedershausen
Der jüngste Bürgermeister der Dorfgeschichte packt an

 Sogar eine Pilsstube gibt es im Dorfgemeinschaftshaus. Links Bürgermeister Christian Bühler.
Sogar eine Pilsstube gibt es im Dorfgemeinschaftshaus. Links Bürgermeister Christian Bühler. FOTO: Norbert Schwarz
Biedershausen (cos). Ehefrau Susanne und die Kinder Finn (8) und Leo (3) haben für den neuen Biedershauser Ortsbürgermeister Christian Bühler oberste Priorität. Die zweite Liebe aber gehört dem Heimatdorf und der Landwirtschaft.

Ohne „sein“ Dorf Biedershausen geht für den bodenständigen Industriemechaniker nichts. Ohne seine Verwurzelung in der Dorfgemeinschaft wäre in seinem jungen Leben sonst manches anders gelaufen. Dass er einmal das Ehrenamt seines Heimatortes bekleiden würde, hatte er sich früher nicht vorstellen können. Doch jetzt ist er – nach schlaflosen Nächten und Abwägen – der jüngste Ortsbürgermeister der Dorfgeschichte.

Vater Kurt stammte aus dem Nachbardorf Knopp. Oma Lieselotte sei sofort bereit gewesen, die stattliche Hofstelle dem Enkel Christian zu überschreiben, würde dieser von Biedershausen nach Knopp übersiedeln. Doch das sei nicht in Frage gekommen, blickt Bühler zurück. Glückliche Kinder- und Jugendjahre habe er in der beschaulichen Ortschaft verlebt, Höhen und Tiefen in der Gemeinde mitgemacht. Für Amtsvorgänger Thomas Büffel war Bühler, der Landwirt eines 40 Hektar großen Betriebes und engagierte Familienvater, der Wunschkandidat für die 200-Seelen-Ortschaft. „Der Christian kann die Dorfbewohner noch begeistern, packt selbst an und baut keine Luftschlösser“, meinte Büffel noch ehe die Wähler diesen mit 69 Stimmen an die erste Stelle der Wahlbewerber für den Ortsgemeinderat wählten, welchem Bühler nunmehr im siebten Jahr angehört. Schweine- und Jungviehmast fordern viel an Arbeit und der Mutter zuliebe werden bei den Bühlers auch noch Speisekartoffeln angebaut. Dennoch wollte Christian Bühler sich immer auch für den Ort einsetzen. Und als von Ehefrau Susanne kein Veto kam, war der Weg zum jüngsten Ortsbürgermeister von Biedershausen frei. Ziele hat er sich gesetzt. Die Feldwegeunterhaltung. Die Zuwegungsschranke für den herausgeputzten Spielplatz, wo noch eine Sitzgruppe statt eines Sandkastens hin soll. Und die Sanierung dessen, was einmal bei der Grillhütte von den Vorvätern entstanden ist. Vorraussetzung ist aber, dass die Sanierung nicht den Gemeindehaushalt über Gebühr belastet. Toll fände Bühler es, wenn noch das Dorfgemeinschaftshaus saniert werden könnte, das er noch als Dorfschule kennt. 220 Einwohner zählte der Ort einmal. Heute sind es nur noch rund 200. Aber zwei Plätze direkt am Buswendeplatz, wo jetzt das Dorffest gefeiert wird, sollen demnächst bebaut werden. „Kommendes Jahr müssen wir da vielleicht schon die Verkaufsbuden anders anordnen.“ Dass sich die Feuerwehr, respektive der Feuerwehrförderkreis mit Dieter Gorczyca und dem Wehrführer Norbert Auer derart engagiert, ist für Bühler – selbst Feuerwehrmann durch und durch – motivierend. „Wir in Biedershausen fordern nicht nur, wir wissen auch, wie man anpackt“ erklärt der junge Ehrenamtsträger voller Optimismus und Stolz.

 Die Feuerwehr ist im Ort Mädchen für alles. Auch die Dorfjugend interessiert sich für die Wehr.
Die Feuerwehr ist im Ort Mädchen für alles. Auch die Dorfjugend interessiert sich für die Wehr. FOTO: Norbert Schwarz