| 20:10 Uhr

Chor 2000 im Sängerbund Contwig
Wunderbarer Gesang und Geschichten

 Der Chor 2000 während des Weihnachtskonzertes in der protestantischen Kirche von Dellfeld.
Der Chor 2000 während des Weihnachtskonzertes in der protestantischen Kirche von Dellfeld. FOTO: Margarete Lehmann
Dellfeld. Der Chor 2000 im Sängerbund 1924 Contwig präsentierte in der protestantischen Kirche in Dellfeld sein Weihnachtskonzert – und das ist richtig gut gelungen. Von Peter Fromann

Am Ende fragten sich die Zuhörer in der voll besetzten Kirche erstaunt: „Was, schon fertig?“ Das Konzert des Sängerbunds Contwig, des Chors 2000, kam so entspannt, aber spannend, nicht schwülstig-sentimental, sondern beinahe mit einer neuen Sachlichkeit über die Lippen, dass Zeit für Verinnerlichung blieb, die ja über den Kopf geht, nicht über Gänsehaut. Die schätzt in einer kleinen Weihnachtsgeschichte der Fuchs am meisten, befragt, was er sich zu Weihnachten wünsche, eben Gänsebraten.

Chorleiter Wolf-Rüdiger Schreiweis beschränkte seine Liedkommentare auf das Wesentliche, gab so der Musik mehr Raum. In einer anderen verlesenen Geschichte geht es um eine Sängerin, die erst nach Verzehr dreier magischer Bonbons zu ihrer gesanglichen Höhe findet. Ganz genau so ist die Gesangsqualität des Chors 2000 an diesem Abend vielleicht zu erklären – drei Bonbons für jede Sängerin und jeden Sänger.

Im Publikum befanden sich auch Karin und Peter Schowalter vom Ringweilerhof in Hornbach: „Uns gefällt es sehr. Wir sind froh, gekommen zu sein. Wir kennen zwei, drei Mitglieder des Chors und kennen auch den Herrn Schreiweis. Da dachten wir uns, da müssen hin, das wird bestimmt prima und das war es dann ja auch.“



Das Konzert bot eine musikalische Reise durch Europa bis schlussendlich hin nach Amerika. Gesanglich war nichts zu bemängeln, ob einstimmig oder mehrstimmig, gemeinsam oder versetzt im Kanon, alles gelang und erfreute und begeisterte die Hörer, sättigte die Erwartungen, wie in der Weihnachtsgeschichte der Anblick des Jesuskindes in der Krippe die Umstehenden sättigt.

In einem englischen Lied breiten sich weiße Flügel über die Sorgen der Welt, ein schönes Bild. Johann Sebastian Bach darf nicht fehlen: „Ich steh an deiner Krippen hier“ und Mozart auch nicht, ganz fein und zart. Aus der Schweiz kommt das Lied „Es ist für uns eine Zeit gekommen“, schwierig zu singen und glänzend gelungen. Dann stimmen alle bei „Vom Himmel hoch“ mit ein. Karibisch geht es weiter mit „Jingle Bell“, dem Rentierlied und Mary, der ein Kind geboren. Wunderbar ein vierstimmiger Kanon aus den 90er Jahren: „Mary, did you know“, ein Klassiker inzwischen. Sehr harmonisch, ausgefeilt und wunderbar anzuhören. „O. Tannenbau“ und „O du fröhliche“ sangen alle gemeinsam. Und zum Abschied „Stille Nacht, heilige Nacht“, 200 Jahre alt, Weltkulturerbe. Franz Xaver Gruber komponierte es ganz nebenbei. Es war eine schlimme Zeit damals 1818, Salzburg war am Ende durch Frankreichs Revolutionstruppe, Hungersnot herrschte, der Vulkan Tambora in Indonesien war ausgebrochen und verdunkelte die Welt. Gruber fand das Lied wohl wichtig. Das ist bis heute bei sehr vielen Menschen so geblieben. Es war ein sehr schönes, gelungenes Weihnachtskonzert.