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Bundestagsabgeordnete Rößner von Biosphärenbrücke überzeugt

Tabea Rößner (vierte von rechts) bei der Besichtigung von Monbijou. Foto: Sebastian Dingler
Tabea Rößner (vierte von rechts) bei der Besichtigung von Monbijou. Foto: Sebastian Dingler FOTO: Sebastian Dingler
Mauschbach. Nabu, Grüne und Mauschbachs Bürgermeister Bernhard Krippleben waren sich bei einem Ortstermin einig: Das Naturschutzgebiet Monbijou könnte dabei helfen, sanften Tourismus in der Gegend zu etablieren. Sebastian Dingler

"Man kann es sich ja nicht aussuchen", so kommentierte die rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner die Führung durch das Naturschutzgebiet Monbijou bei tropischen Temperaturen. Ein bisschen hatte man die Wanderung aufgrund der Hitze abgekürzt, dennoch blieben bei der Grünen-Politikerin einige Eindrücke haften. "Ich bin beeindruckt einerseits von der hiesigen Artenvielfalt wie auch vom Engagement der Beteiligten", sagte Rößner nach der Begehung. In der Tat sind auf der vom Naturschutzbund (Nabu) verwalteten Fläche unterhalb des Zweibrücker Flugplatzes im Hornbachtal bei Mauschbach viele zum Teil geschützte Arten ansässig - das geht vom Biber über den Eisvogel und die Wechselkröte bis zu den 24 Libellenarten. "Wir hatte schon Libellen-Experten hier, die hatten in ihrem ganzen Leben drei mal ein Exemplar einer bestimmten Art gesehen und hier gleich 30 Stück davon", erzählte der Vorsitzende der Zweibrücker Nabu-Gruppe Gerhard Herz, der die Führung leitete. Vom Nabu dorthin gebrachte schottische Hochlandrinder sorgen für eine offene Wiesenlandschaft mit Wasserflächen, indem sie größere Pflanzen schlichtweg abweiden. Die Verhinderung der so genannten Verbuschung schafft wiederum Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten.

Ein Thema der Tour war die Möglichkeit der Etablierung von sanftem Tourismus in diesem Gebiet. Mauschbachs Ortsbürgermeister Bernhard Krippleben zeigte sich von der Idee durchaus angetan: "Andere prahlen mit irgendwelchen Freizeitparks, wir prahlen mit unserer Natur", sagte er. Helfen würde bei dem Vorhaben sicher das, was als zweites Thema besprochen wurde: Die Einrichtung einer Biosphären-Brücke zwischen den bereits vorhandenen Biosphären Bliesgau, Pfälzerwald und Nordvogesen. Diese hatte der Nabu bei einer öffentlichen Veranstaltung zum Stadt-Umland-Konzept gefordert. Zwar besitzt die Biosphäre Nordvogesen Anschlüsse an beide anderen Biosphären; eine direkte Verbindung zwischen Bliesgau und Pfälzerwald könnte aber nur durch das Gebiet südlich von Zweibrücken bis zu französischen Grenze geschaffen werden. "Woanders werden grüne Brücken aufwendig gebaut, hier hat man eine", meinte Rößner dazu.

Der ehemalige Grünen-Landtagsabgeordnete Fred Konrad aus Käshofen wies darauf hin, dass durch die Lückenschließung ein sehr großes Biosphärengebiet entstünde - das böte die Chance, wirtschaftliche Aktivitäten wie den sanften Tourismus, die Naturnähe und deren Erhalt gemeinsam zu fördern. Geschützten Tier- und Pflanzenarten müsse die Möglichkeit zum Wandern und zum genetischen Austausch geschaffen werden, sagte Herz.



Der Grünen-Fraktionsvorsitzende im Zweibrücker Stadtrat, Norbert Pohlmann, hatte die Idee gehabt, die Nabu-Pläne vor Ort zu diskutieren und Rößner bei ihrer diesjährigen Sommertour dazu einzuladen. Gelohnt hat es sich wohl für den Nabu: "Es hat sich herausgestellt, dass die Grünen-Mitglieder, die heute da waren, unser Konzept der Biosphärenbrücke voll unterstützen. Das ist schon mal ein großer Erfolg", resümierte Herz.