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Althornbach
Bürgermeister gegen Umbau der Schule für Kindergarten

 Für die Kleinen beim Kindergarten Althornbach ist schon immer alles getan worden. So auch in jüngster Vergangenheit, als das „Baumhaus“ seiner Bestimmung (Bild) übergeben wurde.
Für die Kleinen beim Kindergarten Althornbach ist schon immer alles getan worden. So auch in jüngster Vergangenheit, als das „Baumhaus“ seiner Bestimmung (Bild) übergeben wurde. FOTO: Norbert Schwarz
Althornbach/Dietrichingen/Mauschbach. (cos) Der vor Jahren bereits eingerichtete Kindergarten Althornbach in unmittelbarer Nachbarschaft der Grundschule platzt aus den Nähten. In der von der protestantischen Kirchengemeinde Hornbach getragenen Einrichtung finden die kleinen aus den Orten der Standortgemeinde und den Nachbargemeinden Mauschbach und Dietrichingen Aufnahme. Von Norbert Schwarz

Eigentlich drängt die Zeit alle verantwortlichen Kommunalpolitiker aus den Ortschaften und den Einrichtungsträger, darüber zu entscheiden, wohin der Weg in naher Zukunft geht. Doch die Corona-Krise hat auch hier derzeit einen Riegel vorgeschoben. Ratssitzungen sind nicht statthaft.

„Wir vom Ortsgemeinderat haben bereits zum Ende des Jahres 2018 dafür gestimmt, dass ein möglicher Anbau beim Kindergarten vorgenommen wird. Ute Klein ist damals Ortsbürgermeisterin gewesen, seither wurde zwar viel über die Thematik diskutiert, allein entschieden ist nichts, wir müssten dringend in den Räten der drei beteiligten Gemeinden einen gemeinsamen Nenner finden“, stellt Ortsbürgermeister Bernd Kipp fest.

Zwar hat, wie alle übrigen Einrichtungen des Landes, auch der Althornbacher Kindergarten seine Pforte geschlossen, dennoch bleibt der Entscheidungsdruck bei Einrichtungsträger und verantwortlichen Kommunalpolitikern der drei Orte. Die Corona-Pandemie erschwerte die Situation zusätzlich dadurch, dass alle zwar zum Handeln regelrecht verurteilt sind, doch niemand handeln kann. „Wir müssen und wir hätten auch längst wohl die Sache spruchreif vorangetrieben, aber angedachte Ratssitzungen sind abgesetzt worden. Wir warten alle auf eine Situationsbesserung, doch die ist leider ungewiss“, meinte Bern Kipp zum Pfälzischen Merkur.



Dass die in unmittelbarer Nachbarschaft stehende und derzeit von der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land nicht genutzte Grundschule eine Alternative für den Anbau beim Kindergarten sein könnte, hält Bernd Kipp allein aus seiner Sicht als Ortsbürgermeister für eher unrealistisch. „Wir haben jetzt schon enormen Zeitverzug, müssen uns aus den drei Ortschaften mit dem Einrichtungsträger Kirche zusammenraufen, für alle Beteiligten eine tragbare Lösung finden und haben zugleich den Druck der Eltern, weil schon mit dem neuen Gesetz ab dem kommenden Jahr die Kleinsten einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz per Gesetz bekommen. Zudem kann nach meiner Einschätzung im Augenblick niemand verbindlich sagen, ob die Grundschule nicht vielleicht doch wieder als Grundschule benötigt wird. Ich sehe unter diesen Vorzeichen wenig Chancen dafür, dass wir uns auf einen solchen Weg begeben. Ganz abgesehen von den hierbei entstehenden Kosten“, meint Ortsbürgermeister Kipp. 

Dass jetzt auch noch die Covid-19-Pandemie als Entscheidungshemmer die Situation verschärft, passt Mauschbachs Ortsbürgermeister Bernhard Krippleben überhaupt nicht in den Kram. „Wir haben im Rat bereits entscheiden, dass nur die kostengünstigste Lösung von unserer Gemeinde mitgetragen wird. Aufgabe aller Verantwortlichen wird es somit sein, diese Lösung herauszufiltern. Umbau der Grundschule, das sollte wohl ohne größere Fachkunde allen klar sein, kann nicht die kostengünstigste Lösung sein. Das ist Haus ist doch als Grundschule konzipiert und geschaffen worden. Daraus jetzt einen Kindergarten werkeln zu wollen, das muss doch mehr Geld kosten als andere Lösungen und dazu sind wir überhaupt nicht bereit“ stellt Bernhard Krippleben unmissverständlich fest.

Ulrike Vogelgesang schließlich hält mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg zurück. Dietrichingen, als wohl finanzschwächste Ortschaft unter den drei Orten müsse um jeden Euro ringen. Der Umbau der im Augenblick leerstehenden Grundschule kann nach ihrer Einschätzung nicht die optimale Lösung sein.