| 18:16 Uhr

Rätselhafte nächtliche Spaziergänger
Böller-Bastler unterwegs

 Die Polizei steht vor einem Rätsel
Die Polizei steht vor einem Rätsel FOTO: dpa / Karl-Josef Hildenbrand
Contwig. Noch keinen Reim kann sich die Polizei auf die Motive eines Duos machen, das Sonntagnacht ins Visier der Fahnder geraten war.

Am Sonntag gegen 1.30 Uhr in der Nacht bemerkten die Bewohner eines Hofes bei Contwig einen Mann und eine Frau, die mit Stirnlampen ausgerüstet waren und sich unbefugt auf dem Hofgelände aufhielten. Sie hatten ein Fahrzeug dabei. Noch bevor die Polizei eintraf, hatten sich die Personen mit ihrem Fahrzeug entfernt. Nach kurzer Suche entdeckten die Beamten den verschlossenen Pkw am Ende eines abschüssigen Weges. Da aus dem Innern starker Cannabisgeruch drang, wurde das Auto geöffnet. Im Fahrzeug wurden zwei Taschenlampen mit darauf montierten GoPro-Kameras und ein Grip-Tütchen mit Amphetamin-Resten gefunden. Im Handschuhfach wurde ein in braunes Packpapier eingewickelter Gegenstand entdeckt, der sich als eine Pappkartonrolle in der Größe einer Küchenrolle herausstellte, aus der eine grüne Zündschnur herausragte. Der Gegenstand wurde vor Ort belassen und der Bereich um den Pkw weiträumig abgesperrt. Ein Experte stufte den Gegenstand als selbstgebastelten Böller ein. Der Böller wurde mittels Wasserstrahl vor Ort unschädlich gemacht. Auf staatsanwaltschaftliche Anordnung wurde noch in der Nacht die Wohnung der Fahrzeughalterin in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land durchsucht. Dabei flüchtete der 33-jährige Lebensgefährte der 31-jährigen Wohnungsinhaberin aus dem Badfenster im dritten Obergeschoss, indem er sich an der außenliegenden Fensterbank in sieben Metern Höhe herabließ und auf eine angrenzende Wiese sprang. Offenbar unverletzt konnte er zu Fuß flüchten.

In der Wohnung konnten weitere Betäubungsmittel (Haschisch und Ecstasy) in geringer Menge sichergestellt werden. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar.