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BI Mörsbach bleibt auch nach Staubmessung skeptisch

Mörsbach. Die Bürgerinitiative Mörsbach begrüßt zwar die erfolgte Staubmessung der Firma Terrag an der Konditionierungsanlage auf dem Deponiegelände Rechenbachtal (wir berichteten). BI-Vorsitzender Denis Nizard bezeichnete es auch in einer Pressemitteilung als "persönlichen Erfolg, dass die Ergebnisse dieser vorgeschriebenen Messungen derzeit und sicherlich auch künftig offen kommuniziert werden." Ohne die BI wäre es zu einer derartig offenen Kommunikation wahrscheinlich nie gekommen, spekuliert Nizard in dem Schreiben weiter. red/ek

"Dennoch bleiben wir skeptisch", fügt er an.

Die Befürchtung der BI sei nach wie vor unter anderem die geplante Verarbeitung gefährlicher Stäube. Auch wenn das derzeitige Ergebnis der Staubmessung unbedenklich ausfalle, so könne niemand sagen, was in ein paar Jahren sein werde. Zum einen sei die Anlage der Firma Terrag sehr neu, zum anderen sähen die Ergebnisse mit gefährlichen Stäuben möglicherweise ganz anders aus. "Dioxine und Furane sind zum Teil flüchtige Stoffe und kommen beispielsweise in Gießerei- und Strahlsanden vor. Die flüchtigen, nicht an die Sande gebundenen Anteile dieser Stoffe, werden weder durch die vorhandenen Filter zurückgehalten, noch können diese bei einer Staubmessung ermittelt werden", ergänzt Julia Igel, Nizards Stellvertreterin bei der BI Mörsbach . Die Staubmessungen bei Verarbeitung gefährlicher Stäube müssten daher auch weiterhin engmaschig erfolgen und um die Messung flüchtiger Inhaltsstoffe ergänzt werden, fordert die BI.

Igel: "Für uns ist es wichtig, die Ängste der Bevölkerung zu minimieren und das geschieht mit Sicherheit nicht, solange es keine ausreichenden Kontrollen über die angelieferten Abfallarten gibt. Was auf dem Papier steht, bedeutet noch lange nicht, dass dies auch eingelagert beziehungsweise verarbeitet wird". Daher fordere die BI auch weiterhin, dass unabhängige Kontrollen verstärkt werden.