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„Fuel Dumping“
Bezirkstag will mehr zu Kerosinablass wissen

Bernhard Matheis (CDU), Oberbürgermeister von Pirmasens.
Bernhard Matheis (CDU), Oberbürgermeister von Pirmasens. FOTO: dpa / Andreas Arnold
Pirmasens . Gremium tagte in Pirmasens: Oberbürgermeister Bernhard Matheis regte Resolution an. Von David Oliver Betz

(dob) Am Freitag hat der Bezirkstag im Pirmasenser Forum Alte Post getagt. Dabei ging es auch um das Biosphärenreservat Pfälzerwald. Auf Anregung des Pirmasenser Oberbürgermeisters Bernhard Matheis wurde beschlossen, in einer Resolution mehr Informationen über die Kerosinablässe über dem Pfälzerwald zu erhalten und diese nach Möglichkeit einzudämmen oder zu beenden. Immer wieder wird tonnenweise, zuletzt rund 100 Tonnen, Kerosin über dem Pfälzerwald abgelassen. Die Begründung lautet: Das Kerosin sei ein sehr flüchtiger Stoff und verdunste, bevor er überhaupt den Boden berühre. Daher sei es unbedenklich. Matheis will dieser Version indes nicht folgen. „Wenn das wirklich so ist, wieso wählt man dann immer das dünn besiedelte Gebiet aus? Ich habe da erhebliche Bedenken, was die Harmlosigkeit solcher Ablässe angeht“, sagte er im Bezirkstag. Daher regte er eine Resolution an, in der mehr Informationen gefordert werden sollen. Land und Bund gäben nur sehr schmallippig Auskunft zu den Vorgängen, oder – wie Matheis sagte – „die Kommunikation ist da von offizieller Seite aus katastrophal“.

Die Resolution soll nun im Ausschuss formuliert werden. Grünenfraktionssprecherin Ruth Ratter forderte zudem, dass man künftig Boden-, Luft- und Wasserproben nehmen solle. „Es heißt zwar, das Kerosin lande nicht am Boden, doch bei diesen kolportierten Mengen gibt es doch erhebliche Zweifel“, so Ratter. Das Thema Kerosinablass über dem Pfälzerwald sei im November 2017 bereits im Ausschuss für das Biosphärenreservat behandelt worden; der Bezirksverband Pfalz habe diesbezüglich das Land daraufhin angeschrieben und zur Antwort bekommen, dass zurzeit eine Studie die Auswirkungen von Kerosinablass auf die Umwelt untersuche, die bis zum Ende des Jahres vorliegen solle.