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Bewegte Kirchengeschichte

Die Matthiaskirche in Althornbach, ein altehrwürdiges Gebäude, das das Ortsbild prägt. Foto: cos
Die Matthiaskirche in Althornbach, ein altehrwürdiges Gebäude, das das Ortsbild prägt. Foto: cos
Althornbach. Auf ihre Matthiaskirche sind die Althornbacher stolz. Ihr heutiges Aussehen bekam das Gotteshaus 1884. Viele Gläubige lauschten gestern Abend bereits dem überaus interessanten und gleichermaßen informativen Vortrags von Werner Bischoff Von Merkur-Mitarbeiter Norbert Schwarz

Althornbach. Auf ihre Matthiaskirche sind die Althornbacher stolz. Ihr heutiges Aussehen bekam das Gotteshaus 1884. Viele Gläubige lauschten gestern Abend bereits dem überaus interessanten und gleichermaßen informativen Vortrags von Werner Bischoff. Unterlagen, aus denen die genaue Erbauungszeit des Gotteshauses hervorgehe, seien zumindest nicht vorhanden, sagte Werner Bischoff, der als Architekten die Chorherren vom einstigen St. Johann in Hornbach und als Kirchenerbauer das Kloster Hornbach nannte. Dem St. Fabianstift war die Kirche unterstellt, Bischoff leitet davon auch die engen Beziehungen zwischen den beiden Nachbargemeinden Hornbach und Althornbach ab. Unterlagen aus alter Zeit seien auch bei der Protestantischen Kirchenschaffnei Zweibrücken keine vorhanden, erst im Jahr 1836 hat Pfarrer Nikolaus Friedrich Müller im Pfarrbuch eine sehr bildhafte Kirchenbeschreibung festgehalten. Demnach war die Filialkirche Althornbach von mittlerer Größe, unansehnlich, mit einem kleinen Turm versehen, ohne Empore, aber genug Raum für die Gemeinde. Nur, die Deck bedürfe einiger Reparaturen. Die Reformierten nutzten das Gotteshaus, und deren bauliche Unterhaltung bereitete schon viel früher große Sorgen . So erinnerte Werner Bischoff mit launigen Worten an ein Bittgesuch, das 1764 an Herzog Christian IV gerichtet wurde. Die Rentkammer des Herzogs befasste sich mit dem Gesuch. Werner Bischoff geht davon aus, dass danach die Kirche nach heutigem Sprachgebrauch wohl saniert wurde, verwies aber zugleich auf Schriften des Herausgebers L. Kampfmann, der 1912 schrieb: "Die auf einem Hügel stehende Kirche wurde 1883/84 neu erbaut, nachdem der aus romanischer Bauzeit stammende Kirchturm bereits 1882 abgebrochen worden war..." Das, so der Vertreter des Historischen Vereins, stimmt nicht und belegt dies mit Ausführungen Georg Dehios, dem bekannten deutschen Kunsthistoriker, der bereits 1900 über das Gotteshaus schrieb: "Frühgotischer Chorturm 1883/84 um zwei Geschosse erhöht und in den damals errichteten Neubau der Kirche einbezogen." Die Althornbacher Kirche bietet sich heute dem Betrachter im Neugotischen Stil dar. Der Kirchenraum ist ohne Seitenschiff. Bänke, Kanzel, Altar, Emporbrüstung, Aufgang zur Empore, Orgelgehäuse und Decke mit Balken und Strebbalken sind ebenfalls im neugotischen Stil. "Die Kirche wurde 1883/84 neu erbaut, nachdem der aus romanischer Bauzeit stammende Kirchturm abgebrochen worden war."Aus einer alten Kirchenschrift