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Besuch in einem guten Haus

Zweibrücken. "Hier in dem Zimmer hat sich nichts verändert", stellte die Staatssekretärin im rheinland-pfälzischen Justizministerium Beate Reich bei ihrem Antrittsbesuch beim neuen Präsidenten des Pfälzischen Oberlandesgerichts, Wilhelm Kestel, fest Von Merkur-Mitarbeiter Fritz Schäfer

Zweibrücken. "Hier in dem Zimmer hat sich nichts verändert", stellte die Staatssekretärin im rheinland-pfälzischen Justizministerium Beate Reich bei ihrem Antrittsbesuch beim neuen Präsidenten des Pfälzischen Oberlandesgerichts, Wilhelm Kestel, fest. Unverändert im Zimmer des OLG-Präsidenten ist vor allem ein Gemälde des Hambacher Schlosses genau gegenüber des Präsidenten-Schreibtischs. "Das weckt jedes Mal heimatliche Gefühle, wenn ich vom Schreibtisch hoch schaue."Dabei hätten es ihm die Mitarbeiter leicht gemacht, sagte Kestel. "Sie haben mich gut aufgenommen." Was anderes hatte Beate Reich auch nicht erwartet. "Das OLG ist ein gut geführtes Haus ohne Baustellen." Seit zwei Wochen steht Kestel an der Spitze des obersten Zivil- und Strafgerichts, ist Dienstherr über 268 Richter in der Pfalz. "Es ist guter Stil, dass man sich vorstellt", sagte Reich bei ihrem Antrittsbesuch. Beim Arbeitsgespräch mit dem Präsidenten und den Mitarbeitern des Oberlandesgerichts. Dabei standen auch zwei Themen an, die für die Justiz im Allgemeinen von Interesse sind. Zum einen wurde über ein Personalentwicklungskonzept der rheinland-pfälzischen Justiz gesprochen und zum anderen über die geplanten Zeugenkontaktstellen. Ein Justizbeamter, möglicherweise ein Rechtspfleger, steht den Zeugen als Ansprechpartner zur Verfügung, falls das Modell realisiert wird. "Die Zeugen können mit dem Beamten ganz praktische Fragen bereden. Zum Beispiel, was mache ich mit meinem Kind während der Verhandlung", nannte Kestel eine Aufgabe der Kontaktstelle. "Es ist eine Hilfestellung und keine Rechtsberatung." Dem Beamten können die Zeugen auch sagen, dass sie bei der Verhandlung dem Angeklagten nicht gegenübertreten möchten. Durch die Zeugenkontaktstelle könne den Bürgern die Befangenheit vor dem Gericht genommen werden, hofft Kestel. Für die Staatssekretärin ist die Stelle ein Bürgerservice. Die Stelle soll mit Informationsmaterial ausgestattet sein und auch mit Organisationen wie dem Weißen Ring zusammenarbeiten, ergänzte die Staatssekretärin die Beschreibung der neuen Einrichtung. "Das OLG ist ein gut geführtes Haus."Beate Reich,Staatssekretärin