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Benefizkonzert in der Hornbacher Klosterkirche
Musik als Essen der Liebe

 Pianist Thomas Layes ist am Samstag in der Hornbacher Klosterkirche zu hören – gemeinsam mit der Sopranistin Anne Kathrin Fetik und der Mezzosopranistin Angela Lösch.
Pianist Thomas Layes ist am Samstag in der Hornbacher Klosterkirche zu hören – gemeinsam mit der Sopranistin Anne Kathrin Fetik und der Mezzosopranistin Angela Lösch. FOTO: Thomas Layes
Hornbach. Zum zwölften Mal lädt die protestantische Kirchengemeinde Hornbach-Brenschelbach zum Benefizkonzert in die Klosterkirche ein. Die Sopranistin Anne Kathrin Fetik, die Mezzosopranistin Angela Lösch und Pianisten Wolfgang Layes, alle drei hoch erfolgreiche Gewächse der Hochschule für Musik Saar (HMS), singen und spielen bedeutende Werke aus Barock und Romantik. Von Cordula von Waldow

„Wenn Musik das Essen der Liebe ist“ – unter diesem vielversprechenden Titel lädt die protestantische Kirchengemeinde Hornbach-Brenschelbach zu ihrem mittlerweile zwölften Benefizkonzert in die Klosterkirche ein. Am Samstag, 7. März, um 17 Uhr entführen zwei Sängerinnen und ein Pianist an dem herrlichen Boston-Flügel mit seinen glasklaren und facettenreichen Klängen musikalisch in das Reich der Liebe.

Auf dem Programm stehen Werke der beiden britischen Barockkomponisten, dem in Deutschland geborenen Georg Friedrich Händel (1685-1795) und dem vor ihm lebenden Henry Purcell (1959-1695), des bedeutenden Romantikers Robert Schumann (1810-1856) und dem englischen Komponisten und Pianisten Edward Benjamin Britten (1913-1976).

Mit besonderer Spannung erwartet werden dürfen die Werke von Fanny Cäcilie Mendelssohn Bartholdy (1805-1847), Schwester von Felix Mendelssohn Bartholdy. Anders als ihrem Bruder Felix gestattete es der Vater der kompositorisch und pianistisch ebenfalls hochbegabten Tochter nicht, ihr Talent zu ihrem Beruf zu machen. Er drückte das so aus: „Die Musik wird für ihn [Felix] vielleicht Beruf, während sie für Dich stets nur Zierde, niemals Grundbaß Deines Seins und Tuns werden kann und soll.“ Ihr Lehrer Zelter schrieb an Johann Wolfgang von Goethe am 18. Februar 1831 über ihre Fähigkeiten als Pianistin, ganz dem damaligen Zeitgeist entsprechend, sie spiele „wie ein Mann“, was damals das höchste Lob für eine Frau war.



Als Fanny sich später um die Veröffentlichung ihrer Kompositionen Gedanken machte, sprachen sich Vater und Bruder gegen eine Drucklegung aus. Diese Haltung beruhte auf der Einstellung der bürgerlich-akademischen Kreise, dass es für eine Frau von ihrem Stand nicht schicklich war, Geld zu verdienen. Konzertiert werden durfte zwar, jedoch nicht in der Öffentlichkeit und nicht für Geld. Auch dem Notendruck haftete in erster Linie das Bestreben an, Geld zu verdienen.

Fanny Hensel schrieb sechs Jahre vor ihrem Tod an einen guten Freund in England: „Komponiert habe ich in diesem Winter rein gar nichts. Wie einem zu Muth ist, der ein Lied machen will, weiß ich gar nicht mehr. Was ist übrigens daran gelegen? Kräht ja doch kein Hahn danach und tanzt niemand nach meiner Pfeife.“

Von daher passt das Konzert thematisch auch wunderbar zu dem Internationalen Frauentag am Sonntag, 8. März. Es musizieren die Sopranistin Anne Kathrin Fetik, die Mezzosopranistin Angela Lösch sowie Pianist Thomas Layes. Sie alle drei studierten an der Hochschule für Musik Saar (HMS). Anne Kathrin Fetik wirkte mit bei den Musikfestspielen Saar oder dem Rheingau Musik Festival. Konzertreisen führten die Dozentin an der HMS nach Frankreich, Italien, Portugal, Argentinien und Japan. Die erfolgreiche Sängerin wirkt in diversen Chören und Ensembles im In- und Ausland und unterrichtet als Dozentin unter anderem Stimmbildung in Workshops an diversen Hochschulen in Deutschland und Österreich.

Der Frankfurter Thomas Layes, Sieger im Internationalen Kammermusik-Wettbewerb „Città de Minerbio“ in Bologna, wirkt als Korrepetitor unter an anderem an der Sommerakademie Mozarteum Salzburg. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.