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Geschlossene Kitas
Bedarf an Notbetreuung überschaubar

 Der Kindergarten Dellfeld am Montag: verwaist. Am Eingang ein Hinweisschild, im Kindergartenumfeld niemand.
Der Kindergarten Dellfeld am Montag: verwaist. Am Eingang ein Hinweisschild, im Kindergartenumfeld niemand. FOTO: Norbert Schwarz
Zweibrücken-Land. Die meisten Kindergarten-Eltern in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land haben selber für die Corona-Pause vorgesorgt. Von Norbert Schwarz

(cos) Die Kindergärten in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land sind seit Montag wie von der Landesregierung angewiesen geschlossen. Dennoch, gleich ob kirchlicher oder kommunaler Träger der Einrichtung, Notgruppen waren eingerichtet, ganz weniger Kinder wurden beaufsichtigt. „Ein ganz dickes Lob den Eltern, die haben für die Situation viel Verständnis aufgebracht und sich vorbildlich verhalten“, stellt Anke Wendel vom viergruppigen Kindergarten in Dellfeld fest.

102 Kinder werden dort im „Normalbetrieb“ beaufsichtigt, bereits am Samstag saßen Kindergartenleitung, Erzieherinnen und Ortsbürgermeisterin Doris Schindler zusammen und machten Pläne für den „Notbetrieb“. Anke Wendel: „Wir führten mit unseren 102 Eltern Telefongespräche und klärten die Situation auf diesem Wege ab. Dabei war es uns wichtig auch zu vermitteln, dass für beide Seiten schwierige Zeiten kommen. Bei den Elterngesprächen ist dann herausgekommen, dass lediglich bei sieben Eltern die Frage der Kinderunterbringung für diese und die kommende Woche noch nicht ganz geklärt war“. Am Montag dann wurde kein Kind für die Notgruppe abgegeben. Aber das 18-köpfige Kindergartenpersonal ist gerüstet, an Arbeit mangelt es nicht. „Wir arbeiten an einem neuem pädagogischen Konzept für unsere Einrichtung, die Sommerdesinfektion des Kindergartens ziehen wir jetzt vor. Das personal ist täglich zur Stelle, Arbeit gibt es genug, allerdings muss auch bedacht werden, dass wir Erzieherinnen zum Kreis der Gefährdeten zählen können.

Gemeinde, Evangelische Landeskirche und das Bistum Speyer sind Einrichtungsträger bei den Kindergärten in Contwig, wo in 14 Gruppen gut 300 Kinder untergebracht sind. Am Dienstag trifft sich Ortsbürgermeister Karl-Heinz Bärmann im Rathaus mit den verantwortlichen Erzieherinnen und wird Notfallpläne erstellen. Am Montag waren zunächst einmal alle Einrichtungen geschlossen, doch wie in anderen Gemeinden auch wird es in Contwig die Notgruppen geben, stellt Ortsbürgermeister Bärmann fest.



Für den Notfall und auch nur für diesen ist in der Klosterstadt Hornbach nach Aussage von Stadtbürgermeister Reinhold Hohn alles vorbereitet. Der Kindergarten wird auch hier von der Evangelischen Landeskirche getragen, die Stadt steht für die Finanzierung in der Pflicht. „Ich habe mit Pfarrer Daniel Seel die Dinge soweit besprochen, für die Notfälle gibt es Notfallgruppen, das ist sichergestellt. Im Übrigen wolle sich die Stadt für weitere Einschränkungen durch das Virus vorbereiten. Reinhold Hohn: „Wir nehmen die Dinge sehr ernst, aber das alles geschieht doch mit ruhiger Hand.“ Hohn schwebt für ältere Menschen und die so genannten Risikogruppen einen „Helferdienst“ für bestimmte Besorgungen einrichten.

Von sehr verständnisvollen Eltern spricht auch Daniela Weber, die in die Leitung des Kindergartens Althornbach eingebunden ist. Der zweigruppige Kindergarten, den auch die Kleinen aus Dietrichingen und Mauschbach besuchen, war am Montag ganz geschlossen. Ein Kind ist für die Notgruppe zum Rest dieser Woche gemeldet und fünf bis sechs sollen es in der zweiten Woche sein.

Im neuen Kindergarten Kleinsteinhausen hat Silvia Ripperger mit ihrem Team eine Notfallgruppe organisiert. Fünf Kinder werden dort betreut. Zu den Eltern habe ein sehr enger Kontakt bestanden, noch am Freitag sei zusammen mit Ortsbürgermeisterin Martina Wagner ein Elternbrief verfasst worden. Ripperger: „Die Eltern haben selbst das alles sehr gut organisiert, dabei wird auch Rücksicht auf uns Erzieherinnen genommen und das ist doch sehr anerkennenswert“, meint Leiterin Ripperger.

Im Bundenbacher Kindergarten sind es diese Woche vielleicht drei Kinder, in der nächsten Woche unter Umständen ein Kind mehr. Isabelle Hüther-Tams will insbesondere eine Gleichbehandlung und keine unterschiedliche Behandlung selbst im Notfall. Das sei für alle wichtig, so die Leiterin.

Der Kindergarten in Wiesbach, welcher auch Kinder aus Käshofen und Krähenberg aufnimmt, hatten am Montag geschlossen und gemeinsam mit Ortsbürgermeister Klaus Buchmann brüteten die langjährige Leiterin Maria Palm und Klaus Buchmann über die Notfallsituation. Beide hätten sich klarere Formulierungen für den Notfall gewünscht, denn nichts sei in dieser Situation schlimmer, als unterschiedliche Beurteilungen. Buchmann: „Ist der Notfall gegeben, wenn beide Eltern etwa im Pflege- oder Arztdienst tätig sind oder ist das schon gegeben, wenn nur einer solche Tätigkeit verrichtet? Hier fehlen nach meiner Einschätzung genauere Abgrenzungen von oben, die wir an der Basis dann ausbaden müssen“, stellt Klaus Buchmann fest, ist aber guter Dinge, dass alles zur Zufriedenheit der Eltern und Erzieher geregelt wird.

Bechhofens Ortsbürgermeister Paul Sefrin ist seit Wochenbeginn in Urlaub, konnte aber noch am Freitag die Weichen dafür stellen, wie im Notfall im Kindergarten verfahren wird. Telefonisch können am heutigen Dienstag betroffenen Eltern mit der Kindergartenleitung alles klären.

Notfallgruppe auch bei der IGS Contwig. Dort haben, wie in den Kindergärten und Grundschulen, die Lehrer nicht frei, sondern sind für den Notfall gerüstet. Von rund 700 Schülerinnen und Schüler waren zwei gestern in die Schule gekommen.