| 21:12 Uhr

Ortsgemeinderat
Bechhofen investiert trotz leerer Kassen

 Der Bauhof in Bechhofen (Bild) ist in die Jahre gekommen und soll jetzt mit 80 000 Euro saniert werden.
Der Bauhof in Bechhofen (Bild) ist in die Jahre gekommen und soll jetzt mit 80 000 Euro saniert werden. FOTO: Norbert Schwarz
Bechhofen. Investiert werden soll unter anderem in den Kindergarten, den Bauhof und die Kirrberger Straße. Von Norbert Schwarz

(cos) Drei Sitzungsschwerpunkte bestimmten das Diskussionsgeschehen bei der Bechhofer Ratsmitgliederzusammenkunft zum Wochenbeginn: Das Verabschieden des Haushalts für das laufende und kommende Jahr, der schon längst überfällige und sich seit Jahren in der Warteschleife befindende Ausbau der Lambsborner Straße (K65) vom neuen Dorfmittelpunkt in Richtung Nachbarort aus und die Entscheidung darüber, ob der Wirtschaftsweg „Am Winterberg“ ausgebaut wird oder nicht. 180 000 Euro kann die Sanierung kosten, Fördergelder von 75 Prozent aus einem EU-Topf sind so gut wie sicher.

Der Reihe nach. In einer sehr sehr differenzierten Betrachtung beleuchtete Ortsbürgermeister Paul Sefrin das nackte Zahlenwerk des eingebrachten Doppeletats, welchen der Haupt- und Finanzausschuss mit der Empfehlung zur Zustimmung bereits vorberaten hatte. In den Medien sei täglich davon die Rede, das beim Bund die Steuereinnahmen regelrecht sprudeln. Doch an der Basis komme vom vielen Geld zu wenig an. Sefrin wörtlich: „Der Haushalt lässt kein Wunschkonzert zu.“

Trotzdem, Lichtblicke seien zu erkennen wie etwa der Umstand, dass die Gemeinde keine Last an Liquiditätskrediten mit sich herumschleppen muss, vielmehr alle restlos getilgt sind. Die Fehlbeträge bei den Ergebnishaushalten sollen zudem bis auf 11 000 Euro im kommenden Jahr schrumpfen.



Ein richtiges „Gemeindeunternehmen“ ist der sechsgruppige Kindergarten mit seinem Personal (19 Arbeitskräfte). Die Personalkosten nähern sich dafür der Millionengrenze, so Paul Sefrin, der natürlich dazu anmerkte, dass die Kostenhauptlast (90 Prozent) vom Landkreis getragen wird, für die Ortsgemeinde jedoch jährlich Anteilskosten von rund 140 000 Euro bleiben, die Investitionskosten in die Gemeindeeinrichtung dabei außer Acht gelassen. So sollen zur Lärmminderung auch dieses Jahr 10 000 Euro für den Einbau von Akustikdecken ausgegeben werden.

Der größte Brocken wird für die bauliche Umgestaltung des Bauhofes verwendet, welcher im rückwärtigen Teil des Kindergartens untergebracht ist. 80 000 Euro sind dafür veranschlagt, mit einer Förderung aus dem Investitionsstock in Höhe von 50 Prozent sei zu rechnen, so der Ortsbürgermeister, der einen Arbeitsgroßteil in Eigenleistung erledigen will. Unterm Strich könnten Kosten in Höhe von 34 000 Euro für die Ortsgemeinde verbleiben.

Den Haushaltsansatz in Höhe von 235 000 Euro zur Dacherneuerung beim Dorfgemeinschaftshaus apostrophierte Ortsbürgermeister Sefrin als „Platzhalter“ im Etat. Krampfhaft suche der Bauausschuss nach anderen Lösungsmöglichkeiten, selbst „einen anderen Ort“ für Zusammenkünfte hält Paul Sefrin für denkbar.

Der Ausbau der Kirrberger Straße stehe in der Prioritätenliste ganz oben. Zum Anteil, den die Ortsgemeinde zu tragen habe, sei ein Landeszuschuss in Höhe von 30 Prozent erwartet worden. Doch nur 111 000 Euro wurden bewilligt, weshalb für das Projekt Mehrkosten zu veranschlagen waren. Es wird die erste Ausbaumaßnahme sein, welche die Ortsgemeinde mit den wiederkehrenden Beiträgen aller Grundstückseigentümer aus der Ortslage finanziert.

Für den Ausbau der Lambsborner Straße (K 65) läuft gegenwärtig das Abstimmungsverfahren. Der Straßenausbau und das Herstellen einheitlicher Gehwege soll eine Gemeinschaftsmaßnahme zwischen Ortsgemeinde und Landkreis werden, die Steuerung wird beim Landesbetrieb Mobiliät (LBM) in Kaiserslautern liegen, welcher jetzt auch das Abstimmungsverfahren für das Projekt eingeleitet hat. Auf die Erneuerung des Wirtschaftsweges „Am Winterberg“ schließlich hat der Rat wegen Mehrkosten im sechsstelligen Bereich verzichtet.