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Ferienprogramm der Waldläufer
Bauen wie im Mittelalter

 Gruppenbild mit Schubkarre: die Waldläufer und ihre jungen Gäste.
Gruppenbild mit Schubkarre: die Waldläufer und ihre jungen Gäste. FOTO: Norbert Schwarz
Dietrichingen. Im weitläufigen Areal des Dietrichinger Camps verbringen derzeit 29 Kinder erholsame Ferientage. Von Norbert Schwarz

Mitten in der noch völlig intakten Natur verbringen derzeit 29 Kinder aus den Orten der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land, den angrenzenden Orten und in einem Fall sogar aus Schiffweiler ihre Ferientage. Die Waldläufer aus Wallhalben mit Hans Traxel an der Spitze sind die Gastgeber, denn sie haben das 14000 Quadratmeter große Areal seit Jahren von der Verbandsgemeinde gepachtet und kennen sich in Sachen Ferienbetreuung bestens aus.

Die Freizeit vergeht förmlich im Fluge, mit Spiel und kreativen Arbeiten sind die Stunden nach dem gemeinsamen Frühstück ausgefüllt. Am Montag trafen sich die Kinder, kamen sich beim obligatorischen Kennenlernspiel näher und mit dem Besuch von Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker am frühen Nachmittag wie einem Besucher der Falknerei der Grafen von Strzemieczny aus Höheischweiler am späten Nachmittag, erlebten die Kinder zur Wochenmitte zwei besondere Attraktionen. „Zeitreise Mittelerde“ steht als Motto über der diesjährigen Ferienaktion und Hans Traxel lobt das Kinder-Engagement über alle Maße. „Sie sind, artig, lebhaft, aufgeschlossen und insbesondere ideenreich.“

Mauern aus Sandsteinbruch werden im weiten Geläuf des Camps errichtet. Keine hohen Mauern, sondern wie zur mittelalterlichen Zeit üblich, solche um Gärten, Haus und Stallungen zu schützen. Die bekannte Trockenmauer ebenso wie die Schrägmauer oder aufgeschüttete Mauer. Dass selbst eine Mauer vor Jahrhunderten nicht allein eine schützende Funktion hatte, sondern zugleich ein Teil für den Lebensunterhalt sein konnte, macht Bettina Traxel mit ihren Arbeiten deutlich. Zuvor errichtete Mauern sind mit Erde angefüllt und darin gedeihen Sauerampfer ebenso wie Erbsen, Speisekürbis, Buschbohnen, verschiedene Minzsorten oder Mais.



Steine und Sand schürfen die Kinder aus einem großen „Steinbruch“. Der Name für die Halde war schnell gefunden, entstanden ist sie kurz vor der eigentlichen Ferienaktion. „Ein Knappe aus unserer Ritterschaft war uns dabei behilflich, besorgte uns 120 Tonnen unbelasteten Aushub aus Ernstweiler“, sagt Hans Traxel und legt dabei ganz besonderen Wert darauf, dass das Material zuvor tatsächlich untersucht wurde, weil ja Kinder darin kleine und größere Sandsteinplatten heraussuchen und eifrig bauen.

Wie Holzzäune entstehen, zeigten ihnen Tobias, Hans und Ramon von den Waldläufern gleichfalls. Wie pfiffig manche Kinder sind, erlebte Waldläufer Hans beim Verwenden des Drahtes: „Aber die hatten doch früher noch überhaupt keinen Draht“, meinte eine Zaunbauerin und andere, an der Aktion beteiligte konnten aufklären. Der neunjährige Leon Kirch aus Schiffweiler etwa wusste, dass man aus Brennesseln, die man verknotet, unzerreißbare Stricke fertigen kann und eben Stricke und Seile als Verbindungsmaterial früher zum Einsatz kamen.

Sind die Schutzzäune am Aktionsende, dem kommenden Freitag, fertig, dann werden sie auch verwendet. Etwa zum Schutz der frisch angelegten Blumenwiese, die inzwischen den hölzernen Campbauten eine ganz besondere Note zum Wald hin verleiht.