| 22:32 Uhr

Sitzung des Gemeinderates
Bärmann: Großer Schritt für Contwig

Für einen Hexenstreich hat das neue Ortsschild von Contwig bereits eine recht lange Lebensdauer bewiesen – sogar in der jüngsten Gemeinderatssitzung war es Thema.
Für einen Hexenstreich hat das neue Ortsschild von Contwig bereits eine recht lange Lebensdauer bewiesen – sogar in der jüngsten Gemeinderatssitzung war es Thema. FOTO: David Betz
Contwig. Gemeinderat beschließt Sanierungssatzung für den Ortskern. Von Fritz Schäfer

„Das ist ein großer Schritt für die Gemeinde und wird das Bild des Ortes verbessern“, stellte Contwigs Bürgermeister Karlheinz Bärmann (CDU) bei der Beratung über die Sanierungssatzung für den Ortskern fest. Der Gemeinderat schloss sich der Auffassung an und stimmte der Satzung einstimmig zu. Das Büro Werkplan aus Kaiserslautern hat ein integriertes städtebauliches Sanierungskonzept erstellt, das den Anliegern des Ortskerns bei einer Versammlung vorgestellt worden war (wir berichteten). „Damit haben wir die Voraussetzung für den Satzungsbeschluss erfüllt.“

Auf Grundlage der Satzung können die Anlieger bei der Gemeinde Anträge für Modernisierungen, energetischen Sanierungen oder Umbaumaßnahmen stellen. „Wir leiten die Anträge dann weiter“, schilderte Bärmann die Vorgehensweise. Dabei können Anlieger je nach Zustand des Gebäudes und Maßnahme einen Zuschuss bis zu 40 000 Euro erhalten. Der Bürgermeister wies darauf hin, dass alle Maßnahmen der Zustimmung des Rates und der Bauverwaltung bedürften. Die Frist soll 15 Jahre nicht überschreiten, sagte Bärmann. „Bei Bedarf kann die aber noch verlängert werden, wenn der Rat dann zwei, drei Jahre vor Ablauf meint, dass das sinnvoll ist“, blickte Bärmann in die Zukunft.

„In der Vergangenheit hat sich herausgestellt, dass Bauwillige vor allem im Ortskern Schwierigkeiten haben, die notwendigen Stellplätze auszuweisen“, schilderte Bärmann die Ausgangssituation. Um da Abhilfe zu schaffen, beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung, eine sogenannte Ablösesatzung zu erarbeiten. Diese Satzung soll für den gesamten Ort gelten, betonte Bärmann. Mit einer Satzung zahlen Bauherren der Gemeinde einen noch zu festzulegenden Betrag. Damit wird die Pflicht für einen Parkplatz abgelöst. Mit dem Geld kann die Gemeinde öffentliche Parkmöglichkeiten an geeigneter Stelle anlegen, die Parkplätze instand halten oder Mitfahrerparkplätze anlegen.



Der Rat stimmte der von der Verbandsgemeinde beschlossenen Änderung des Flächennutzungsplans Windenergie zu. Damit werde der Ausbau von Windrädern gesteuert, so Bärmann. Der Flächennutzungsplan erlaubt weitere Windräder nur auf der Gemarkung Riedelberg (wir berichteten). Bärmann: „Das hat dort wenig Freude ausgelöst.“

Im Zuge des Neubaus des Kindergartens an der Maßweiler Straße wird die Stromleitung in dem Bereich des Ortes unter die Erde verlegt. Die von den Pfalzwerken durchgeführte Maßnahme kostet rund 115 000 Euro. Die Gemeinde beteiligt sich mit zehn Prozent.

Der Tüv Rheinland hatte die Brücken in Contwig überprüft. Der Rat beauftragte jetzt das Ingenieurbüro Kaiser aus Leonberg für rund 16 000 Euro,  Sanierungsvorschläge zu erarbeiten. „Wir sind verpflichtet, das durchzuführen“, sagte Bärmann. Dabei wurde kurz diskutiert, wo welche Maßnahme notwendig ist. „Das entscheiden wir dann, wenn die Vorschläge vorliegen“, schlug Volker May (SPD) vor.

Am Rande der Sitzung fragte Walter Carius (CDU), ob Contwig jetzt zum Kurort werde, wie ein mit dem Wort Bad ergänztes Ortsschild an der Truppacherstraße vermuten lässt. Oder wollten die bei ihrer Arbeit gestörten Hexen nur auf das Freibad hinweisen? Oder seien es gar Hornbacher Hexen gewesen, die mit dem englischen „bad“, Contwig als „schlechten“ Standort für die Drehleiter ansehen, wie das Carius spekulierte.