| 20:28 Uhr

Erlebniswanderung
Auf den Spuren heimischer Giftpflanzen

Allerhand Wissenswertes über die Giftpflanzen in der heimischen Natur zeigte Apothekerin Helke Burkhardt (links) aus Wallhalben den 25 Exkursions-Teilnehmern auf.
Allerhand Wissenswertes über die Giftpflanzen in der heimischen Natur zeigte Apothekerin Helke Burkhardt (links) aus Wallhalben den 25 Exkursions-Teilnehmern auf. FOTO: Margarete Lehmann / Picasa
Wallhalben . Apothekerin Helke Burkhardt führte 25 Interessierte auf eine Erlebniswanderung rund um Wallhalben. Von Peter Fromann

Auf eine Erlebniswanderung in und um Wallhalben führte Apothekerin Helke Burkhardt 25 Interessierte, die sich für den heißen Sonntagmittag angemeldet hatten. Vier Stunden voller Naturgifte und nützlicher Information standen an. So soll der gesunde Apfel giftig sein? Vergiftet durch einen Apfel? In der Tat: Der berühmteste Apfel ist der, den Eva Adam zum Kosten gab; die Sorte ist leider nicht überliefert. Davon einmal abgesehen: „Die Kerne des Apfelgehäuses haben es in sich. Sie enthalten Amygdalin, das im menschlichen Körper zu Blausäure umgewandelt wird, die äußert giftig ist, wie man nicht nur aus vielen Kriminalgeschichten weiß“, sagt Burkhardt. Trotzdem darf man Apfelkerne beruhigt mitessen, weil sie erstens unzerkaut nicht verdaut werden, sie bleiben bei der Darmdurchquerung unversehrt. Und zweitens, zerkaut man sie jedoch, wird zwar das Amygdalin freigesetzt. „Für eine vergiftende Wirkung muss der Mensch jedoch rund 200 Äpfel zu sich nehmen“. Also Entwarnung. „Steine von Steinobst haben es ebenfalls in sich, doch für die gilt im großen Ganzen das gleiche wie für die Apfelkerne“, sagt Burkhardt.

Und gibt’s noch mehr Gift in der Natur? Paracelsus, Arzt und Alchemist der Mittelalters, formulierte die Wirkung eines Giftes so: „Alle Ding‘ sind Gift und nichts ohn‘ Gift; allein die Dosis macht, das ein Ding‘ kein Gift ist“. Wohl an die 20 Giftpflanzen und Gifttiere kamen in der Runde zur Sprache. Die Pflanzen zu finden, sie zu betrachten, zu befühlen, zu riechen und manche auch zu schmecken, das war das Anliegen dieser „Giftwanderung“. Das Konzept ging voll auf. Jetzt sind die Sinne der 25 Teilnehmer geschärft.

Mit zu den giftigsten Pflanzen überhaupt gehört der Schierling, mit dem der Staat sich einst des Sokrates entledigte. Die Pflanzen und Tiere in unseren Breiten können uns nun fast nichts mehr anhaben.