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Fun-Olympiade
Auerbacher sind „Pfälzer des Jahres“

Die acht Mannschaften und der Verbandsbürgermeister, kurz nach der Entzündung des „Kerbiastischen Feuers“, vor dem Festzelt am Rathaus.
Die acht Mannschaften und der Verbandsbürgermeister, kurz nach der Entzündung des „Kerbiastischen Feuers“, vor dem Festzelt am Rathaus. FOTO: Volker Baumann
Contwig. Verrückte Highlights bei den Schwarzbachtalspielen der Nawwelbacher Kerbenissja. Von Volker Baumann

Am Pfingstwochenende hatte die Straußjugend Contwig, auch als „Nawwelbacher Kerbenissja“ bekannt, zur zweiten Auflage, der im letzten Jahr aus der Taufe gehobenen und so erfolgreichen „Schwarzbachtalspiele“ gerufen.

Lange rufen brauchten die erfindungsreichen Kerbenissja nicht, denn schon nach der Premiere war klar: In Contwig lassen wir nächstes Jahr wieder die Post abgehen. Und da sich der etwas verrückte Wettbewerb mit Spiel und Spaß an zwei Tagen weit herumgesprochen hatte, wurden in diesem Jahr bereits acht Mannschaften am Start gezählt, die in 20 Disziplinen gegeneinander antraten.

Gegeneinander ist wahrscheinlich sogar der falsche Ausdruck, denn schnell war klar, dass die Teilnehmer auf dem Rathausvorplatz nicht nur auf Wettbewerb gebürstet waren, sondern eher das Miteinander, das Kennenlernen und die ungezwungene Kommunikation suchten, ganz so wie es dem Veranstalter auch vorschwebte. Auch Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker, der die Mannschaften und Gäste zu High Noon am Samstag begrüßte, hob diese Gesichtspunkte hervor und wünschte allen zwei tolle gemeinsame Tage.



Nachdem ein Fackelträger, à la Olympia, das „Kerbiastische Feuer“ auf dem Vorplatz entfacht hatte, erklärte Moderator und Mitorganisator David Oliver Betz die Spiele für eröffnet und stellte die Mannschaften vor. Neben dem Vorjahres-Titelverteidiger, den Straußbuben Rimschweiler, maßen sich der Humoristische Fasnachtsverein Zweibrücken-Contwig (HFZ), der Dartclub Black Devils, das Team Gasthaus Sutter, das Team MS Touchdown und die Straußbuben aus Hengstbach, Riedelberg und Niederauerbach auf Gebieten wie Sportlichkeit, Geschicklichkeit und Wissen. Nebenbei maßen sie sich auch an den Maßen, die mit Schaumkrone durch die Reihen gingen und den Kalorienverbrauch beim Wettbewerb wieder ausglichen. Ein Trinkpokal gab’s für das meist getippte Team bei der Getränkebestellung. Fans konnten damit ihre Favoriten unterstützen.

Unkonventionelle Aufgaben wie 66-Meter-Klebebandabrollen, Sockengolf, Teebeutel-Weitwurf oder Bierbankklettern, verlangten den Teilnehmern die letzten Reserven ab und brachten ab und zu sogar Fabelrekorde zu Tage. Ein Bierbankkletterer vom MS Touchdown schaffte beispielsweise die Bankumrundung ohne Bodenberührung in zwei Minuten mit sagenhaften akrobatischen 17 Umdrehungen. Der Applaus des gesamten Festzeltes war ihm sicher. Nummer zwei schaffte beachtliche elf Runden. Um die Ecke denken musste man beim Pfalzquiz: „Wo steht in der Pfalz das Wasser?“ - „bis zum Hals“ war die richtige Antwort (Tramps vun de Palz).

Nach zwei Tagen und 20 Wettbewerben standen die „Pälzer des Jahres“ am Sonntagabend fest: Die Niederauerbacher Straußbuben, gefolgt vom Team Sutter und dem MS Touchdown. Die neuen Super-Pälzer erhielten, neben einem Pokal, ein 30-Liter-Faß Bier und eine bedruckte Schärpe. Was dem FC Bayern verwehrt blieb, konnten die N’auerbacher am Wochenende mitnehmen. Sie schafften mit dem Trinkpokal glatt das Double. Auch der letzte Platz ging nicht ohne besondere Auszeichnung nach Hause: Der HFZ-Mannschaft wurde der Titel „Saarländer des Jahres“ zuteil. Für Unterhaltung im Festzelt von Abba bis Zappa sorgten an zwei Tagen die Live Bands Fly over X und die Zirkusmusikanten Udo Haas und Jakl Bossert. Krönender Abschluss: Die zweite Mannschaft der Contwiger Palatia wurde am Sonntag Meister in der C-Klasse und brachte den Feiertopf zum Überlaufen.