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Jahresgespräch mit Jürgen Gundacker
Angefangene Projekte fortführen

 Jürgen Gundacker ist noch bis Mitte des Jahres Bürgermeister der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land.
Jürgen Gundacker ist noch bis Mitte des Jahres Bürgermeister der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land. FOTO: Vitali Schulz
Zweibrücken. Die berufliche Zukunft des abgewählten Verbandsgemeinde-Bürgermeisters Jürgen Gundacker ist noch ungewiss. Von Norbert Rech

Die bereits auf den Weg gebrachten Vorhaben weiterführen hat für Jürgen Gundacker (SPD) in den nächsten fünf Monaten oberste Priorität. Danach übernimmt Björn Bernhard (CDU) das Ruder. Der scheidende Bürgermeister der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land sieht seine Kommune insgesamt bestens aufgestellt.

Bei seinem Amtsantritt 2012 habe die Verbandsgemeinde noch 537 000 Euro aus der Gewerbesteuer von 328 Betrieben eingenommen. Heute seien es mit 1,2 Millionen aus 444 Betrieben mehr als doppelt so hohe Einnahmen. Das bedeute: In der Verbandsgemeinde gebe es tolle Betriebe, sichere Arbeitsplätze und durch die Steuereinnahmen können viele Investitionen umgesetzt werden. „So haben wir alle etwas davon“, erklärt Gundacker.

Doch die Verbandsgemeinde gebe diese Freiheit auch ein Stück weit an ihre Ortsgemeinden weiter. 2012 mussten die Ortsgemeinden 38,5 Prozent an Verbandsgemeindeumlage zahlen. Diese Umlage bedeute: Von jedem Euro, den eine Ortsgemeinde im Haushalt hat, fließen 38,5 Cent an die Verbandsgemeinde zur Führung der Verwaltungsgeschäfte. „Wir konnten diese Umlage senken, so dass jetzt nur noch 32 Prozent Umlage notwendig sind“, erinnert der Bürgermeister an die Entwicklung. Damit hätten die Ortsgemeinden mehr Geld für ihre eigenen Investitionen im Gemeindesäckel. Darauf sei er besonders stolz. „Denn nur, wenn die Ortsgemeinden Handlungsspielraum haben, können sie auch sinnvolle Projekte anstoßen.“



In der Verbandsgemeinde habe sich auch sonst viel ereignet. Gundacker nennt unter anderem die Einführung der Ehrenamtskarte, die CO2–neutrale Sanierung der Grundschule in Dellfeld und die Kooperation mit der Hochschule. Andere Projekte, wie zum Beispiel die Telemedizin, seien auf dem Weg und könnten in Kürze starten. An Konzepten für den Einzelhandel oder die Feuerwehrhäuser werde gearbeitet. Im Haushalt sei zudem Geld für die Gründung einer Energiegesellschaft bereit gestellt worden.

Geplant sei ferner eine Mobilitätsstudie für die Verbandsgemeinde, mit derem Ergebnis auch auf dem Land der Individualverkehr reduziert und ein Beitrag für den Klimaschutz geleistet werden soll. Auch werde künftig die Elektromobilität im Zweibrücker Land eine größere Rolle spielen. Ein wichtiges Vorhaben sei die Brücke zwischen den Biosphärenreservaten Bliesgau/Pfälzer Wald und Nordvogesen. Neben einer gemeinsamen wirtschaftlichen Dachmarke und dem Umwelt- /Artenschutz gehe es hier vor allem auch um den Ausbau des „sanften Tourismus“.

Vieles werde wohl bis zum seinem Ausscheiden nicht vollendet sein – doch Gundacker geht davon aus, dass die Ampelkoalition im Rat die Projekte weiter nach vorne treibt. Der Bürgermeister selbst schließt – obwohl er betont, dass ihm die Region und die Menschen hier sehr am Herzen liegen – eine politische Betätigung im Zweibrücker Land aus. Was er ab Sommer macht, stehe noch nicht fest: „Ich arbeite selbstverständlich auch an meiner Zukunft.“