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Dorffest
Am alten Wasserturm ging’s rund

 Am Sonntag, in den frühen Abendstunden, gab es nochmals ein „volles Haus“, wie das Bild zeigt.
Am Sonntag, in den frühen Abendstunden, gab es nochmals ein „volles Haus“, wie das Bild zeigt. FOTO: nos
Martinshöhe. Martinshöhe feierte wieder ein gelungenes Fest rund um das Wahrzeichen des Dorfes.

Die Freizeitanlage am alten Wasserturm ist das gesamte Jahr über eine Oase der Erholung, des Ausspannens, des geselligen Beisammenseins. Daran ändert sich auch nichts, wenn die Dorfvereine zusammen mit der Gemeinde Gastgeber für das beliebte Dorffest sind. An diesem Wochenende war es wieder soweit. Zwei Tage hindurch wurde rund um das alte Turmgemäuer gefeiert. Beim 27. Martinshöher Dorffest stimmte es einmal mehr in allen Belangen.

Dabei durchlebte Ortsbürgermeisterin Barbara Schommer noch ehe der Festbieranstich am Samstagabend in den frühen Abendstunden vollzogen gewesen ist, Verbandsbürgermeister Eric Emich wurde kurzfristig dazu auserkoren, ein Wechselbad der Gefühle: „Als dunkle Gewitterwolken am Samstag in den frühen Nachmittagsstunden vom Saarland her in die Westpfalz und direkt zu uns auf die Sickingerhöhe gezogen kamen dachte ich nur: Oh je, jetzt ist es um unser schönes Dorffest mit seinen vielen Helfern schon bei der Vorbereitung aus. Der Regen macht uns alles zunichte!“ Tatsächlich schüttete es vom Himmel was das Zeug hielt. In der Nachbetrachtung war das wohl eine Art „Ausregnen“, denn von da an stiegen die Temperaturen wieder, machte es Spaß im Freien zu feiern, wenngleich die Temperaturen noch etwas sommerlichen gerade in den Abendstunden hätten ausfallen können. „Wenn’s zu warm iss, werd net so viel gedrunk“, meinte Hartwig Schneider lakonisch, der sich bereits ganz früh in die Helfer einreihte und wegen seines Engagements in gleicher mehreren Dorfvereinen mal bei den Theaterleuten, mal bei den Fußballern zu finden ist. Jedenfalls strömten die Besucher von überall herbei, bevölkerten die Sitzgelegenheiten, die über die gesamte Anlage verstreut, rund um die Stände der mitorganisierenden Vereine. Als solche waren die Fußballer vom SVM, die Akteure des Tanz- und Theatervereins, der Schräglageakrobaten vom Motorradclub, den Pistenfegern des Skiclubs wie den Straußmädels und Straußbuben des Ortes, welche im Spätherbst wieder für die zünftige Kerwe sorgen, mit von der Partie. Schommer: „Das hat sich in diesen 27 Jahren alles bestens eingespielt, da wissen die Vereinshelfer genau was beim Auf- und Abbau zu tun ist. Eine Riesentombola mit zehn Geldpreisen als Hauptgewinne wurde auch in diesem Jahr der Grundstein für eine erfolgreiche Festorganisation geschaffen. Schommer dazu: „Wohl 3500 Lose mussten die Vereine verkaufen, dann kann die Gemeinde das Dorffest als Mitorganisator unkostenfrei stemmen.“ Glücksfee „Fortuna“ meinte es im übrigen dieses Jahr besonders gut mit den einheimischen Loskäufern, den von den zehn Geldpreisen blieben acht im Ort, dazu auch der Hauptgewinn von 500 Euro.“ Schommer: „Das ist auch schon anderes gewesen, deshalb freut es mich ganz besonders, dass dieses Jahr so viele Gewinne im Ort blieben.“ Neben den ersten zehn Geldpreisen wurden noch 243 Sachpreise gezogen und mancher Besucher konnte mit einem stattlichen Gewinn den Heimweg antreten.

Für eine musikalische Feststimmung sorgte zum Auftakt die Band „Granaten“ aus dem Saarland, zum gelungenen Frühschoppen steuerte die Kolpingkapelle aus Kirrberg mit ihren Rhythmen eine wesentlichen Beitrag bei, und beliebte musikalische Gäste aus Münchweiler an der Rodalb sind seit etlichen Jahren die Kienholzmusikanten. Für ein ganz besonderes Aha-Erlebnis sorgte Robert Schellhaaß mit seinen Bilddokumenten aus längst vergangenen Dorftagen. Nur bei wenigen gab es Hinweise auf die abgebildeten Personen oder Örtlichkeiten, wozu der Urheber dieser an einer Wäscheleine aufgehängten Bilddokumenten meinte: „Ja, das ist Absicht. Zum einen lagen mir nicht in jedem Fall die entsprechenden Daten vor, zum anderen ist es auch schön, wenn man beobachten kann, wie die Betrachter ins Grübeln kommen und meinte: Ei, das könnte doch der oder die sein, ist das nicht dort oder da im Dorf?“ Eines ist klar, alle hatten ihren Spaß, zumal das Kinderkarussell, der Losstand und der Verkaufswagen für die Kleinen neben dem Unterhaltungsprogramm jede Menge Abwechslung boten.