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In Hornbach
Alles dreht sich um den Bus

 Die T4s, aufgereiht in Hornbach vor der Stadt- und Klostermauer in Hornbach und die Fahrer aufgereiht auf der Klostertreppe.
Die T4s, aufgereiht in Hornbach vor der Stadt- und Klostermauer in Hornbach und die Fahrer aufgereiht auf der Klostertreppe. FOTO: Volker Baumann
Hornbach. VW-Bus-Freunde treffen sich regelmäßig in der Region zum Austausch. Von Volker Baumann

Horst Rettig aus Zweibrücken hat schon seit Jahren einen Liebling. Es ist sein königsblauer VW-Bus T4 im Colani-Design, Baujahr 1999, mit dem er jetzt 373 000 Kilometer zurückgelegt hat und den er niemals missen möchte. Genau so geht es den anderen Stammtischlern, die mit ihren T4s aus Dudweiler, Waldmohr, Homburg, Kaiserslautern, Bad Dürkheim, St. Ingbert und Saarbrücken auf die Platte nach Hornbach angereist sind, um sich dort zu Fachgesprächen, aber auch einfach zum gemütlichen Zusammensein in bunt zusammengewürfelter Runde zu treffen und auszutauschen.

Die einzelnen Kilometerstände, die auch über die 500 000 hinausgehen, sprechen für sich und kein VW-Bus Fan zweifelt an, dass sein Lieblingsobjekt auch einmal die Eine-Million-Kilometergrenze überschreiten oder besser gesagt überfahren wird. Bunt zusammengewürfelt deshalb, weil man sich in einem Internetforum (vwbuswelt.de) kennenlernte und nun auf Einladungen die verschiedensten Stammtisch-Örtlichkeiten besucht. Viel Platz muss dort vor allem auf dem Außengelände sein, denn die VW-Bus-Armada nimmt schon eine gewisse Parkfläche in Anspruch.

Alexander Wischnewski aus Bad Dürkheim braucht dabei sozusagen gleich drei Plätze. Er hat sich in „liebevoller“ Jahresarbeit zu seinem T4 einen Show-Room-Anhänger mit Tandem-Achse aus zwei weiteren T4 VW-Bussen  gebaut und sogar als Einzelstück über den Tüv gebracht. Wo er damit aufkreuzt, sind ihm natürlich bewundernde Blicke sicher und sein YouToube-Video über die Montage des spektakulären Gefährts wurde schon weit über eine Million mal angeschaut. Show-Room-Anhänger? Kein normaler Wohnwagen, sondern alles etwas stylish, mit Barbecue-Grill, der aus der geöffneten Seitentür ausfahren kann. Ganz ist das Interieur noch nicht fertig, aber was gut werden will, braucht halt seine Zeit. Alleine 20 Kilogramm Schrauben habe er daran verarbeitet.



Ein anderer Stammtischler hat einen ehemaligen Krankenwagen zu seinem Liebling erkoren und ebenfalls in ein Reisegefährt umfunktioniert. Rote Streifen und Signalhörner am Dach zeugen noch von seiner Vergangenheit. Horst Rettigs Colani-T4 wird, wie die anderen Prunkstücke auch, oft gestreichelt. Gestreichelt, da ein echter Fan keinesfalls Waschstraßen, sondern Handwäsche mit Politur bevorzugt, um den Lack nicht frühzeitig leiden zu sehen und den vierrädrigen Liebling immer in bestem Glanz zu präsentieren. Die T4s danken es ihren Fahrern  – beim Stammtisch in Hornbach jedenfalls reihten sie sich an der Stadtmauer wie Models auf dem Laufsteg auf.