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Deutsche Humanitäre Stiftung
Aktive Hilfe auf vielen Ebenen

Für die Deutsche Humanitäre Stiftung im Einsatz: Sascha Bonenberger, Eka Datashvili, Uwe Breininger, Manfred Krüger. Vorne: Maria und Marie Sand. Hervorgegangen ist die Stiftung aus einer Jugendgruppe.
Für die Deutsche Humanitäre Stiftung im Einsatz: Sascha Bonenberger, Eka Datashvili, Uwe Breininger, Manfred Krüger. Vorne: Maria und Marie Sand. Hervorgegangen ist die Stiftung aus einer Jugendgruppe. FOTO: Nadine Lang
Wiesbach. Die Deutsche Humanitäre Stiftung mit Sitz in Wiesbach ist sowohl regional als auch international tätig – im Dienste der Kinder-, Flüchtlings- und Katastrophenhilfe.

Als sich Uwe Breininger im Jahr 1991 mit einer Motorradgruppe auf dem Rückweg aus dem Balkanurlaub befand, begann zeitgleich der Krieg in Jugoslawien. Das blieb auch den Vorbeireisende nicht verborgen und schnell waren sie sich einig: sie wollten helfen. Kurz darauf gründete sich eine Jugendgruppe und am 13. Dezember des gleichen Jahres startete vor der Festhalle ein Transport mit 20 Tonnen Hilfsgütern in die Kriegsregion. Etwa 30 Menschen standen damals hinter der Aktion und stemmten die Unmengen an organisatorischer Arbeit. „Nachdem wir das mit der Jugendgruppe durchgeführt hatten, dachten wir, das machen wir nie wieder“, erinnert sich Breininger.

Doch es folgte ein weiterer Transport und noch einer, und schließlich verselbstständigte sich das ganze so, dass der Verein „Teamwork Rheinland-Pfalz/Saarland e.V.“ gegründet wurde. Die Resonanz auf den Verein war aisgesprochen positiv und schließlich kamen immer mehr Helfer und Mitglieder auch aus anderen Bundesländern dazu, teils sogar mit wertvollem beruflichem Hintergrund. So schloss sich etwa ein ehemaliger Herzchirurg an, der später in Krisengebieten operierte. „Da dachten wir, wir machen eine Stiftung daraus“, erklärt Uwe Breininger.

1994 wurde der Verein schließlich in die Deutsche Humanitäre Stiftung umgewandelt. Dieser Schritt hieß zwar mehr Kontrolle – sogar auf Landesebene – doch genau das hielten die Teilnehmer für richtig. Im Laufe der Jahre gingen nicht nur etliche Hilfstransporte in Krisengebiete, sondern es wurden Projekte entwickelt, mit denen aktive Entwicklungshilfe in mehreren Ländern geleistet wurde und noch heute geleistet wird.



Zudem wurden Patenschaften entwickelt, die beispielsweise Familien aus Georgien unterstützen – ein Land voller Armut. „Aber auf den Philippinen ist es mit am schlimmsten“, erklärt Uwe Breininger und fährt fort: „Wenn Sie die Hölle erleben wollen, dann gehen Sie auf den Philippinen mal in die Slums rein.“ Neben den katastrophalen Lebensverhältnissen gibt es dort besonders ein erschreckendes Problem: die Prostitution von Kindern. Den Kindern eine Kindheit ermöglichen und sie vor Zwangsprostitution schützen, das hat sich die Stiftung zur Aufgabe gemacht und finanziert derzeit etwa 53 Kindern den Schulbesuch.

Heute engagieren sich etwa 60 Menschen, ein Großteil davon ehrenamtlich. Sieben Menschen sind hauptamtlich in den verschiedenen Ländern eingesetzt. Dabei handelt es sich um Menschen, die sowieso vor Ort leben, um die Ressourcen zu nutzen und nicht für viel Geld Helfer einzufliegen.

Hinzu kommen etwa 700 Paten- und Spender. Von Zeit zu Zeit wird der Einsatz vor Ort kontrolliert und wenn Not am Mann ist, natürlich auch geholfen. Marie Sand ist eine der Ehrenamtlichen, die auf die Philippinnen gereist ist. „Es war sehr schrecklich zu sehen, wie die Menschen dort leben“, erzählt sie. Bei den Familienbesuchen konnte sie sich gemeinsam mit Sascha Bonenberger ein Bild davon machen, wo es noch fehlt. Der Ehrenamtliche ist von der guten Sache überzeugt: „Unsere Hilfe kommt an, denn wir bringen sie hin – von Hand zu Hand.“ Auch in der Region will die Deutsche Humanitäre Stiftung helfen. So soll es bald eine Freizeit für Kinder aus Zweibrücken geben, und in Saarbrücken soll ab der kalten Jahreszeit wieder aktive Obdachlosenhilfe betrieben werden. Wer sich selbst einbringen und helfen möchte, darf sich gerne direkt an die Deutsche Humanitäre Stiftung wenden: www.dhs-kinderhilfe.de.

Vom 5. bis zum 7. Juli findet in den Räumen der Stiftung in Oberauerbach außerdem eine Ausbildung für Auslandseinsätze statt. Interessierte dürfen sich gerne anmelden.