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Hauptversammlung der Jägerschaft Pirmasens-Zweibrücken
Afrikanische Schweinepest bereitet Jägern große Sorgen

Südwestpfalz. Kreisgruppe Pirmasens-Zweibrücken beobachtet Situation in Belgien genau. Von Andreas Faas

Im Zentrum der Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe der Jägerschaft Pirmasens-Zweibrücken im Peterhof in Rodalben standen die Berichte des Vorstandes und seiner Obleute, der Jahresbericht des Kreisjagdmeisters und zahlreiche Ehrungen langjähriger Mitglieder.

In seiner Eröffnungsansprache ging der Vorsitzende Holger Spange auf Themenkomplexe ein, über die auch aktuell in der Öffentlichkeit diskutiert wird. Die Wiedereinbürgerung des Luchses, von der Jägerschaft unterstützt, verlaufe nach Plan. Der Luchs sei streng geschützt, unterliege dem Jagdrecht und genieße aber ganzjährige Schonung. Aufgrund dieses Status seien die Jäger zur besonderen Hege dieser Wildart verpflichtet. Anders sehe die Situation beim Wolf aus, der auch ohne menschliches Zutun wieder in seine alten Lebensräume zurückkehre. Bisher gebe es keinen Nachweis dafür, dass Wölfe sich wieder dauerhaft im Pfälzerwald niedergelassen haben. 

Große Sorgen bereitet unverändert die Afrikanische Schweinepest (APS), gegen die es, anders als bei der Europäischen Schweinepest, bis heute keinen Impfstoff gibt. Zwar ist Deutschland bisher von der tödlichen Tierseuche verschont geblieben, allerdings sind im letzten Jahr die ersten Fälle im Nachbarland Belgien dokumentiert worden. Allerdings gibt es auch Lichtblicke, scheint doch die Infektion in Tschechien zum Stillstand gekommen zu sein. Nach Aussage von Henner gilt Tschechien seit Mitte Februar diesen Jahres als ASP-frei.



Henner konnte die Gesamtjahresstrecke nur in Form einer Hochrechnung bekanntgeben, weil die Daten des letzten Quartals noch nicht vorlagen. Beim Schwarzwild zeichnet sich ein Rückgang von knapp 1000 Stücken ab, was nach seiner Meinung eine beachtliche Leistung der Jäger bei der Bestandsreduzierung ist, insbesondere auch unter Berücksichtigung der Vermarktung des Wildbrets.

Trotz des geringeren Schwarzwildbestandes sind die Wildschäden aktuell so hoch wie selten zuvor. Flächendeckend sind im Landkreis besonders die Grünstreifen entlang von Waldrändern massiv gebrochen, da die Sauen vermehrt auf tierische, proteinreiche Nahrung aus sind, die sie im Oberboden finden.

In diesem Zusammenhang äußerte Henner deutliche Kritik an ein paar wenigen Revierinhabern, die bis in den April hinein Drückjagden auf Schwarzwild veranstalten. Zwar ist es legal, Schwarzwild mit Ausnahme der Muttertiere ganzjährig zu bejagen, jedoch ist bei Bewegungsjagden der Abschuss einer führenden Bache geradezu vorprogrammiert. „Wer solche Jagden organisiert, hat offenbar übers Jahr seine jagdlichen Aufgaben nicht erfüllt, oder aber er will seine leere Kasse durch den Verkauf von Drückjagdständen an ausländische Jäger wieder auffüllen,“ sagte Henner.

In diesem Jahr besteht die Kreisgruppe Pirmasens-Zweibrücken seit 70 Jahren. Dazu wird am 30. August eine Festveranstaltung im Haus des Gastes in Dahn stattfinden.