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Wahlkampf
Ärger über SPD-Flugblatt

 Ein Foto des Kleinbundenbacher Backhauses im Werbeflyer der SPD Zweibrücken-Land ärgert Bürger im Ort. Es werde der Eindruck erweckt, das sei ein Erfolg der SPD.
Ein Foto des Kleinbundenbacher Backhauses im Werbeflyer der SPD Zweibrücken-Land ärgert Bürger im Ort. Es werde der Eindruck erweckt, das sei ein Erfolg der SPD. FOTO: Norbert Schwarz
Kleinbundenbach/Bechhofen. In Kleinbundenbach ist man der Ansicht, die Sozialdemokraten schmückten sich mit fremden Federn. Von Norbert Schwarz

Ein Wahl-Flugblatt der SPD Zweibrücken-Land sorgt derzeit in Kleinbundenbach und Bechhofen für Diskussionen. „Das habe wir für Käshofen, Wiesbach, Groß- und Kleinbundenbach seit 2014 erreicht…“, ist in großen weißen Lettern als Überschrift zu lesen. Illustriert ist das unter anderem mit einem Bild des Kleinbundenbacher Backhauses.

Kaum verteilt , liefen bei Kleinbundenbachs Ortsbürgermeister Karl Bißbort auch schon die Beschwerden ein. „Wie das, habt ihr das jetzt gemacht oder ist das eine Sache der SPD?“, wollten Anrufer und Ansprechpartner aus dem Ort wissen. Helfer des Heimatvereins und solche aus dem Ort fühlen sich vor den Kopf gestoßen und ließen bei Bißbort Frust ab. Der Ortsbeigeordnete Heiko Brünesholz: „Seit Jahren gibt es bei uns im Ortsgemeinderat keine Parteizugehörigkeit. Die Mitglieder werden von den Bürgern gewählt. Wer die meisten Personenstimmen hat, kann sich ehrenamtlich beteiligen. Die so gewählten Ratsmitglieder wählen dann auch den Ortsbürgermeister. Wir sind der felsenfesten Überzeugung, dass dieses Prozedere gut tut und wir eine beispielhafte, gut funktionierende Dorfgemeinschaft haben. Was das Backhaus angeht, haben wir keine Zuschüsse von der SPD oder Verbandsgemeinde bekommen. Vom Heimatverein und der Daniel-Theysohn-Stiftung kam Geld. Alles haben wir in Eigenleistung geschaffen. Und dann wird mit einem großen Bild dem Betrachter nicht nur vermittelt, sondern mit Überschriften deutlich gemacht, das sei eine Leistung der SPD. Nein, da schmückt sich wer mit fremden Federn!“

Für Ortsbürgermeister Karl Bissbort, der selbst Mitglied der CDU ist, war klar, dass das nicht hingenommen werden kann und er griff prompt zum Telefonhörer. Im Gespräch mit Verbandsgemeinde-Bürgermeister Jürgen Gundacker (SPD) seien, so Bißbort, schon harte Worte gefallen, zumal ihm der Verbandsbürgermeister darlegen wollte, mit dem Inhalt der Broschüre so direkt nichts zu tun zu haben. Karl Bißbort zum Pfälzischen Merkur: „Da hab ich ihm gesagt, Jürgen, Dein Kopf iss druff, do muschde denne a fer Kritik hinhalle…“ .



Ja, da sei schon Klartext gesprochen worden, sagte Gundacker auf Merkur-Anfrage. Allerdings, so wie das aus Kleinbundenbach herüberkomme, müsse man das nicht unbedingt sehen. Den Wahlkampf steuere der Hornbacher Jürgen Sauter (SPD) vom Gemeindeverband Zweibrücken-Land und der arbeite an einer schriftlichen Stellungnahme.

In dieser Stellungnahme schreibt Jürgen Sauter: „Wir haben in unserem Flyer unter anderem in  Kleinbundenbach Bilder vom Platz vor dem Dorfgemeinschaftshaus und dem Holzofen gemacht und verwendet, weil wir dies als herausragende Leistungen einer funktionierenden Ortsgemeinde erachten und weils dies die Identifikation unserer Ansprache gegenüber den Menschen in den jeweiligen Ortsgemeinden verstärkt. Um Irritationen oder fehl verstandenen Inpretationen vorzubeugen möchten wir klar stellen, dass zum Teil verwendete Bilder ausschließlich zur Verstärkung dieser Identifikation des jeweiligen Ortes eingearbeitet wurden. Wir erheben keinen Anspruch im Einzelfall, dies „mitbewirkt“ zu haben. Dennoch finden wir das besser, als irgendwelche Bilder von Agenturen zu nutzen. Uns geht es um die persönliche Ansprache innerhalb unserer Gemeinden…“.

In einem „Offenen Brief“ rügt der CDU-Gemeindeverband gleichfalls den für Bechhofen ausgegeben SPD-Wahlprospekt. Nach deren Auffassung werden ureigene Aufgaben der Verbandsgemeinde mit denen der Ortsgemeinde „vermengt“, um Wähler zu gewinnen Als Beispiel wird das Ausweisen von Baugebieten angeführt. Für die Ganztagsbetreuung überlasse die Ortsgemeinde der Verbandsgemeinde seit zehn Jahren Raum im Dorfgemeinschaftshaus. Der schlechte bauliche Zustand des DGH sei der Verbandsgemeinde hinreichend bekannt. Alle bisher vorgelegten Förderanträge seien negativ beschieden worden. Wo habe sich da der Verbandsbürgermeister für die Ortsgemeinde Bechhofen eingesetzt, fragt der CDU-Ortsverband im offenen Brief?