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Integrierte Gesamtschule
42 Abiturienten schreiben Geschichte

Abschlussbild des ersten Abiturjahrgangs an der Integrierten Gesamtschule Contwig auf der Bühne in der Hornbacher Pirminiushalle.
Abschlussbild des ersten Abiturjahrgangs an der Integrierten Gesamtschule Contwig auf der Bühne in der Hornbacher Pirminiushalle. FOTO: Marco Wille / Marco Wille; www.marcowille.de
Hornbach. Erster Abi-Jahrgang der IGS Contwig feierlich verabschiedet. Auch die Landrätin und zwei Bürgermeister gratulierten. Von Marco Wille

Mit feuchten Augen und einem Kloß im Hals trat Lehrerin Steffi Theis am Freitagabend an das Mikrofon auf der Bühne in der Hornbacher Pirminiushalle. Es fiel ihr zunächst sichtlich schwer, ihre Abschiedsrede anlässlich der ersten Abiturfeier der Integrierten Gesamtschule Contwig (IGS, Goetheschule) zu halten. Als Leiterin der Oberstufe war ihr diese Ehre berechtigterweise zuteil geworden. „Ihr habt auf Grund eurer Leistung diese Feier und diesen passenden Rahmen mehr als verdient“, sprach sie in Richtung der vor dem Bühnenrand im Halbkreis sitzenden Schüler.

Der Titel: „Oberstufenmama“ hat sich in den vergangenen zweieinhalb Jahren an der IGS bei Schülern und Lehrern für Steffi Theis eingeprägt. Ein Titel, der deutlich macht, welch enge und vertrauensvolle Bindung zwischen der Pädagogin und den Schülern entstanden ist. Obwohl Deutschlehrerin an einer Goetheschule, verzichtete Theis bemerkenswerterweise auf Zitate Goethes. Sie habe lange überlegt, welche Worte sie für diesen Anlass wählen sollte, erzählte Theis. Sie wählte die Richtigen, wie der mehrfache Zwischenapplaus bewies.

Der Unterricht habe nicht selten etwas später begonnen, weil die Schüler zunächst mit Fragen an sie herangetreten seien, die wichtig waren und keinen Aufschub duldeten. „Das war eine sehr fruchtbare Zeit und hat die Gemeinschaft gebildet“, blickte Theis zurück. Den IGS-Leitsatz „Eine Schule für alle Kinder mit allen Möglichkeiten“ gelte es schließlich auch für sie vorzuleben. Die erste Abiturvergabe an der IGS sei eine weitere Komponente des Leitsatzes. Sie gab ihren Schülern zum Schluss noch einen vielsagenden Satz mit auf den Weg für die Zukunft: „Das hier ist kein Ende, es geht erst richtig los!“



Die Veranstaltung war in der ansprechend geschmückten Pirminiushalle bereits spektakulär losgegangen. Alle Augen richteten sich nach dem Abdunkeln der Hallenbeleuchtung auf den Eingang. In Pärchenformation kamen die ersten Abiturientinnen und Abiturienten der IGS nacheinander durch die Glastür und bahnten sich zu sanften Klavierklängen den Weg durch die Sitzreihen mit Eltern, Großeltern, Geschwistern, Lehrern und Freunden in Richtung Bühne. Oben angekommen, präsentierten sie sich aufgereiht in ihrer festlichen Kleidung zum Lied „May it be“ aus „Herr der Ringe“, gesungen von Josephine Schmitt, Susanne Dahler und Katharina Bonk am Klavier.

IGS-Schulleiter Thomas Höchst, Landrätin Susanne Ganster, Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker und Ortsbürgermeister Karl-Heinz Bärmann gratulierten den 42 Abiturienten ebenfalls ganz offiziell zur allgemeinen Hochschulreife: zum einen als Türöffner, den dieser Abschluss für die berufliche Zukunft biete, zum anderen zum Eintrag in die Geschichtsbücher als erster Abiturjahrgang der IGS Contwig.

Als Vertreter der Schülerschaft sprach Tobias Herwerth bei der Abschlussfeier. Er bezeichnete den Abitur-Abschluss als „eine Ära, die zu Ende geht.“ Noch ein paar Wochen zuvor hätten er und seine Mitschüler in den Prüfungen geschwitzt und es jetzt verdient geschafft, als „Versuchskaninchen“ für eine erfolgreiche Zeit in die IGS-Geschichte einzugehen. „Wir sind beim Sprung ins Ungewisse zu einer zusammengeschmolzenen Stufe geworden“, erinnerte Tobias Herwerth an die zweieinhalbjährige Oberstufenzeit bis zum Abitur.

Vier Auszeichnungen und Preise für besondere Leistungen gab es nach der Zeugnisvergabe zusätzlich: Tobias Herwerth erhielt vom Bildungsministerium einen Preis für das beste Abi (Notendurchschnitt 1,7) und wurde zudem vom Philologenverband für seine Leistung in Geschichte geehrt. Für sein soziales Engagement erhielt Niklas Sefrin den Schulpreis. Der Preis der Landrätin ging an Tamara Knerr für ihre vorbildliche Haltung und beispielhaften Einsatz.