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Auch Contwiger Freibad war Tatort
Zwei Jahre Haft für Serien-Einbrecher

Pirmasens/Contwig. 26-Jähriger brach unter anderem in das Contwiger Freibad und das Pirmasenser „Plub“ ein. Von Steffen Berberich

(sb) Zwei Jahre hinter Gitter muss ein 26-Jähriger aus dem Saarland, der zwischen Juli und September 2016 Einbrüche in Pirmasens und der Südwestpfalz begangen hat. Unter anderem brach er in die Cafeteria des Hallenbades „Plub“ in Pirmasens, die Kindergärten in Fehrbach und Husterhöhe sowie das Freibad in Contwig ein und erbeutete kleinere Geldbeträge. Außerdem soll er eine Handfeuerwaffe gestohlen haben. Dies wies der ansonsten geständige Mann von sich, er will die Pistole gefunden haben. Dieser Anklagepunkt wird nun separat verhandelt. Noch im Gerichtssaal nahm der junge Mann, der zurzeit wegen Autodiebstählen in Untersuchungshaft sitzt, das Urteil an. Das Gericht verurteilte ihn zusätzlich zu finanzieller Wiedergutmachung von 696 Euro.

Neun Mal brach der gebürtige Pfälzer in Lagerhallen, Gaststätten, Kindergärten und Schulen ein. Er durchwühlte auf der Suche nach Geld oder Wertsachen Schreibtische und Schränke. Bei einem Abschleppunternehmen hat er drei Fahrzeugbriefe und zwei mobile Computer mitgehen lassen. Dort hatte er auch einen Opel aufgebrochen und eine Spitztour durch Pirmasens gemacht. Der junge Mann gab die Einbrüche zum größten Teil zu. Jedoch will er meistens kleinere Geldbeträge gestohlen haben, als in der Anklage angegeben wurde. Auch den zur Last gelegten Diebstahl einer Smith & Wesson 357 Magnum mit Munition aus einem aufgebrochenen Tresor bestritt er. Die Pistole habe er im Straßengraben gefunden und für 25 Euro verkauft. Richterin Katrin Schmitt fragte, warum er die Pistole denn nicht bei der Polizei abgegeben habe. „Die hätten mich doch gleich einkassiert“, antwortete der Angeklagte. Erdrückend war in allen Fällen die Beweislast, so wurden Schuhspuren des Angeklagten entdeckt. Hinzu kamen DNA-Spuren.

Die Anklage forderte eine Haftstrafe von zwei Jahren und vier Monaten. Zugute hielt die Staatsanwältin dem Mann sein Geständnis. Negativ sei, dass er die Einbrüche begangen habe, um Party zu machen, weil ihm Hartz IV nicht gereicht habe. Die Anklage warf ihm auch vor, Hilfsangebote nicht genutzt zu haben und auf Kosten der Sozialgemeinschaft zu leben. Zusätzlich zur Haftstrafe plädierte die Anklägerin auf U-Haft wegen Flucht- und Wiederholungsgefahr – dem folgte das Schöffengericht. Die Verteidigung verwies auf das Geständnis und den geringen Schaden. Anderthalb Jahre Haft seien ausreichend.