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Weniger Ordnungshüter im Einsatz
Zahl der Polizisten im Land sinkt statt zu steigen

Innenminister Roger Lewentz (SPD).
Innenminister Roger Lewentz (SPD). FOTO: Fredrik von Erichsen / picture alliance / Fredrik von E
Mainz. (dpa) Trotz der Pläne der Landesregierung zur Erhöhung der Polizistenzahlen hat sich die Zahl der Ordnungshüter in Rheinland-Pfalz verringert. Anfang des Jahres verrichteten 9250 Polizisten ihren Dienst, während es ein Jahr zuvor noch 9279 Beamte waren, also 29 mehr. Das ist der tiefste Stand seit dem Jahr 2008, wie das Innenministerium in Mainz auf Anfrage mitteilte.

(dpa) Trotz der Pläne der Landesregierung zur Erhöhung der Polizistenzahlen hat sich die Zahl der Ordnungshüter in Rheinland-Pfalz verringert. Anfang des Jahres verrichteten 9250 Polizisten ihren Dienst, während es ein Jahr zuvor noch 9279 Beamte waren, also 29 mehr. Das ist der tiefste Stand seit dem Jahr 2008, wie das Innenministerium in Mainz auf Anfrage mitteilte.

Dabei hatte sich die rot-gelb-grüne Regierung in Mainz zu Beginn der Legislaturperiode das Ziel gesetzt, die Zahl der Polizisten zu steigern. Bis 2021 sollen es 9600 ausgebildete Beamte sein. Doch da das Studium an der Hochschule der Polizei mehrere Jahre geht und auch viele Polizisten in Pension gehen, dauert die Trendumkehr. Innenminister Roger Lewentz (SPD) hatte im vergangenen Jahr erklärt, die Zahl „erreicht in diesem Jahr die Talsohle“ - wurde nun aber von den aktuellen Zahlen eingeholt.

Zentrales Element, um bald mehr Ordnungshüter auf die Straßen bringen zu können, ist die Aufnahme von mehr Studenten an der Hochschule der Polizei. Im Koalitionsvertrag ist die Rede davon, die Zahl der Anwärter auf 500 pro Jahr anzuheben. Ein Jahr später sprach Lewentz von 535 Anwärtern. Nun wurden im vergangenen Jahr 560 Anwärter eingestellt - weil die Abbrecherquoten so hoch sind.



Die Quote sei in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen, sagte Ernst Scharbach, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Im vergangenen Jahr habe sie bei 20 Prozent gelegen, früher sei man von 7 Prozent ausgegangen. „Das schmeißt unsere gesamten Berechnungen über den Haufen“, sagte Scharbach. Ein Hauptgrund: Viele wollten doch lieber studieren oder in der Wirtschaft arbeiten. 

Laut Scharbach bewerben sich jedes Jahr rund 5000 Männer und Frauen. Ungefähr die Hälfte schaffe die Eignungstests nicht, bei den meisten liege es am Sport. Von denen, die durchkämen, würden die 500 bis 600 besten eingestellt. Früher seien es die besten 300 gewesen. „Da muss man mit der Punktezahl weiter runtergehen.“

(dpa)