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| 23:14 Uhr

Vor allem Vogeldreck sorgt für Unmut
Wildtiere erobern die Städte und Dörfer

Ein Fuchs sucht Nahrung in einer Abfalltonne an einem Parkplatz. Immer mehr Wildtiere entdecken auch in Rheinland-Pfalz Städte und Dörfer als Lebensraum. Das gefällt nicht jedem.
Ein Fuchs sucht Nahrung in einer Abfalltonne an einem Parkplatz. Immer mehr Wildtiere entdecken auch in Rheinland-Pfalz Städte und Dörfer als Lebensraum. Das gefällt nicht jedem. FOTO: Stephanie Pilick / dpa
Mainz. Wildschweine durchwühlen den Garten, und Steinmarder legen das Auto lahm. Immer wieder tauchen Wildtiere in Städten auf. Meist machen aber die eher kleinen Tiere großen Ärger — nämlich Vögel.

Von der Saatkrähe bis zum Waschbären: Immer wieder kommen Wildtiere in Städte und Dörfer. Für Verärgerung bei Anwohnern sorgten dabei vor allem Vögel, die Dreck und Lärm machten, sagt Kerstin Schnücker vom Naturschutzbund (Nabu) Rheinland-Pfalz in Mainz. Es gebe zum Beispiel immer wieder Beschwerden über Schwalbennester an Hauswänden wegen des Vogelkots. Mit größeren Wildtieren wie Füchsen gebe es in Rheinland-Pfalz dagegen kaum Probleme. „Es gibt nur wenige Beschwerden oder Anfragen.“ So können zum Beispiel Waschbären ziemlich lästig werden.

„Für viele Tiere bietet die Siedlung eine Zuflucht“, sagte Schnücker. Sie suchten sich eine neuen Lebensraum, wenn der alte wegfalle. In Agrarlandschaften fehlten etwa für Saatkrähen die Baumgruppen. „Dann kommen sie in die Städte und fallen dort unangenehm auf.“

Auch der rheinland-pfälzische Landesjagdverband mit Sitz in Gensingen im Kreis Mainz-Bingen betonte, manche Wildtiere hätten keine andere Chance als sich einen neuen Lebensraum in Siedlungen zu suchen. „Die Gewinner sind die Kulturfolger“, erklärte Verbandssprecher Günther Diether Klein und zählte Steinmarder, Füchse und Wildschweine auf. Die Nähe zum Menschen bedeute für sie Zugang zu Essensresten auf dem Kompost und in Mülleimern, Fallobst im Garten oder Katzenfutter auf der Terrasse.

Von diesem Nahrungsangebot angelockt, können auch Waschbären zum Problem werden. Die Tiere seien sehr wehrhaft, wenn sie sich bedrängt fühlten und bissen zu, sagte Klein. „Da sind erhebliche Verletzungen möglich.“ Möglicherweise litten sie auch an für Haustiere gefährlichen Krankheiten. Deshalb sollten Waschbären so früh wie möglich verscheucht werden. Sonst sei es möglich, dass sich die Tiere auf dem Dachboden einnisteten. „Dort machen die richtig Radau und zerstören die Isolierungen.“

In den vergangenen Jahren sind in Rheinland-Pfalz zunehmend mehr Waschbären erlegt worden. Der Deutsche Jagdverband (DJV) wertete den Anstieg der Zahlen als Hinweis auf eine wachsende Waschbär-Population im Land. Im vergangenen Jagdjahr (April 2016 bis März 2017) wurden dem Verband zufolge 423 Waschbären in Rheinland-Pfalz erlegt oder als sogenanntes Fallwild tot aufgefunden. Im Jagdjahr 2015/16 waren es 332 Tiere, davor 294. Um die größeren Tiere erst gar nicht anzulocken, müsse ihnen „der Lebensraum in der Nähe des Menschen so madig wie möglich“ gemacht werden, sagt Klein. Damit kein Waschbär oder Steinmarder im Haus wohne, müssten alle Zugänge dicht gemacht werden. Stehe ein Baum neben dem Haus, sollten die Äste gekappt werden, die zum Gebäude ragten. Im Falle von Wildschweinen und Füchsen könne ein Zaun helfen, der tief im Erdreich verankert sei. Außerdem dürften Wildtiere niemals angefüttert werden, rät Klein.