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Rheinland-Pfalz
Wenn Tiere Menschen auf Trab halten

 Tigerin Cara springt in der Auffangstation „Tierart“ der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ durch ein Wasserbecken. Dank eines Goldzahns kann Cara wieder in voller Schönheit ihr Gebiss fletschen. Ein dänisches Ärzteteam setzte der sechs Jahre alten Großkatze die Krone während einer etwa 80 Minuten langen Operation ein.
Tigerin Cara springt in der Auffangstation „Tierart“ der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ durch ein Wasserbecken. Dank eines Goldzahns kann Cara wieder in voller Schönheit ihr Gebiss fletschen. Ein dänisches Ärzteteam setzte der sechs Jahre alten Großkatze die Krone während einer etwa 80 Minuten langen Operation ein. FOTO: dpa / Vier Pfoten
Mainz. Mal war es die Abenteuerlust, mal fehlte die Orientierung oder das Futter lockte: Mehrere Tiere riefen 2019 in Rheinland-Pfalz Polizei oder Feuerwehr auf den Plan. In einem besonderen Fall kam ein dänisches Ärzteteam zum Einsatz.

Von der Raubkatze mit Goldzahn über ein Pferd auf der A6 bis hin zum spontanen Polizeieinsatz mit Hundegespann – in Rheinland-Pfalz haben in den vergangenen zwölf Monaten viele Tiere für Schlagzeilen gesorgt. Eine Auswahl (fast) prominenter Vierbeiner:

Ein Hund entpuppte sich im Januar als große Hilfe für die Ordnungshüter in Worms. Dort war eine 36-Jährige auf einem Dog-Scooter unterwegs, einer Art Roller, der von einem speziell ausgebildeten Hund gezogen wird. Als ein Jogger die Frau beleidigte, nahm eine zufällig anwesende Streife die Verfolgung auf. Weil die Polizisten zu Fuß allerdings zu langsam waren, stieg einer der Beamten auf den rosafarbenen Roller um und stellte so schließlich den Jogger. Übrigens: Die Polizei Worms wollte trotz des Erfolgs nach eigenen Angaben nicht auf Dog-Scooter umrüsten.

Dank einer Operation kann Tigerdame Cara wieder in voller Schönheit ihr Gebiss fletschen. Die im pfälzischen Maßweiler (Kreis Südwestpfalz) in einer Auffangstation lebende Großkatze bekam eine Goldkrone eingesetzt. Sie hatte vermutlich vom Herumkauen auf Spielzeug eine Kerbe im Zahn. Mit der eigenes für Cara in Dänemark angefertigten Krone sollte Schlimmeres verhindert werden. Nach der geglückten OP im Oktober durch ein dänisches Ärzteteam konnte die Tigerdame wieder ohne Probleme zubeißen.



In Langenbach (Kreis Kusel) gab es dagegen ein böses Erwachen. Ein Wildschwein wurde vermutlich von einer Treibjagd aufgeschreckt und rannte schnurstracks in eine offen stehende Garage – zum Leidwesen eines dort geparkten Wagens. Das Tier demolierte im November „den nichtsahnenden Mittelklassewagen“, wie es die Polizei formulierte.

In einem anderen Fall sorgte eine ganze Wildschweinrotte für einen Polizeieinsatz in der Nähe von Böllenborn (Pfalz). Die etwas 20 Tiere fraßen im September in einem Waldgebiet Eicheln und umringten dabei das Auto eines Joggers. Der Mann erblickte die Rotte nach seiner Laufrunde und versuchte sie vergeblich durch lautes Rufen zu verscheuchen. Die Polizei vertrieb die Wildschweine schließlich mithilfe von Blaulicht und Martinshorn.

Glimpflich endete ein Erlebnis für ein Eichhörnchen in Mainz. Es tauchte im Mai auf dem Balkon einer Familie auf und hatte einen Plastikdeckel um den Hals. Weil es den Fremdkörper allein nicht los werden konnte, schien es Hilfe zu suchen. Die Familie ließ einen Rollladen herunter, setzte so das Eichhörnchen fest. Die Feuerwehr befreite das Tier dann vom dem Plastikkragen. Woher dieser stammte, blieb ungeklärt.

Außerdem schafften es 2019 mehrere Tiere wegen ihres Freiheitsdrangs in die Nachrichten. An der Mosel hatte ein Weidezaun im Juli zwei Eseldamen nichts entgegenzusetzen. Die Tiere entschlüpften in Kröv (Kreis Bernkastel-Kues) und gingen auf Erkundungstour. Eine Streife fand die Esel dann auf einem Feld wieder. Mithilfe von Äpfeln konnten sie dort festgehalten werden, bis die Besitzer dazu kamen.

In Grünstadt büxte im August ein Pferd aus und rannte auf die A6. Die Folge war eine rund 50-minütige Vollsperrung der Autobahn, die zu langen Staus führte. Das Pferd konnte unversehrt eingefangen werden.

Glück im Unglück hatte eine Kuh im Kreis Bad Kreuznach. Sie entwischte im Oktober von ihrer Koppel in Simmertal und lief in die Nahe. Die Flussströmung riss das Tier mit. Einsatzkräften gelang es erst nach mehreren Stunden die Kuh mit Seilen ans Ufer zu hieven. Das Tier blieb bei der Aktion körperlich unversehrt.