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Corona-Fall in Kaiserslautern
17 Westpfälzer müssen vorläufig in Quarantäne

FOTO: dpa / Hans Klaus Techt
Kaiserslautern/mainz. Nach dem Coronavirus-Fall in Kaiserslautern muss eine Reihe von Personen aus dem Umfeld des Betroffenen vorsorglich zuhause bleiben

In Kaiserslautern, wo am Donnerstag bei einem 32-jährigen im Westpfalz-Klinikum eine Infektion festgestellt wurde sind jetzt vorsorglich 17 Personen aus dem Umfeld des Betroffenen in häuslicher Quarantäne. Es handelt sich um 15 Kollegen des Mannes aus einer Arbeitsgruppe am Fachbereich Maschinenbau der Technischen Universität (TU) Kaiserslautern sowie um zwei Mitbewohner aus einer Wohngemeinschaft des Betroffenen. Das teilten TU-Vizepräsident Arnd Poetzsch-Heffter und eine Sprecherin der Kreisverwaltung Kaiserslautern am Freitag mit.

Die 17 Personen seien bereits auf das Virus getestet worden, die Tests lägen jedoch noch in Koblenz beim Landesuntersuchungsamt, sagte die Sprecherin der Kreisverwaltung.  Veranstaltungen in Kaiserslautern am Wochenende sollen trotz des Coronavirus-Falls nicht abgesagt werden „Im Moment sehen wir nicht die Notwendigkeit dafür“, sagt Stadtbeigeordneter Peter Kiefer

Dem 32-jährigen Betroffenenselbst geht es nach Angaben des behandelnden Westpfalz-Klinikums gesundheitlich gut. „Der Patient hat wenig Beschwerden - Husten, Schnupfen und etwas Heiserkeit. Das Fieber konnte gesenkt werden.“ Dennoch bleibe der Mann iranischer Abstammung für 14 Tage auf der Isolierstation des Krankenhauses. Der Mann war in seiner Heimat gewesen und reiste am 19. Februar über den Frankfurter Flughafen nach Deutschland ein, mit dem Bus fuhr er nach Kaiserslautern.



Das Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern ist auf weitere Verdachtsfälle und Infektionen vorbereitet. Es verfüge über zehn Zimmer, die Isolationsmöglichkeiten bieten. Um bei Bedarf weitere Kapazitäten schaffen zu können, habe das Haus alle geplanten Behandlungen von Freitag, 28. Februar, bis Montag, 2. März, gestrichen. „Wir stehen voll und ganz für die Notfallversorgung zur Verfügung“, sagte der ärztliche Direktor Dr. Christian Mönch.

Auch in anderen Kliniken in Rheinland-Pfalz laufen die Vorbereitungen für einen Ausbruch auf Hochtouren. Bürger können seit Freitag unter einer Telefonhotline (0800 575 8100) Fragen rund um den Erreger Sars-CoV-2 stellen. Viele Unternehmen im Land setzen ab sofort auf Home-Office-Regelungen.

(dpa)