| 22:24 Uhr

Schifffahrt bald wieder möglich
Wasser an Rhein und Mosel steigt — aber Entspannung in Sicht

Mainz. (dpa) Auf dem Rhein ist ein Ende des zweiten größeren Hochwassers innerhalb eines Monats zwar in Sicht, noch ist der Höhepunkt aber nicht erreicht. Zunächst dürfte sich die Lage weiter zuspitzen. Nach Angaben aus den Hochwassermeldezentren galt gestern von Mannheim bis Köln mindestens die Meldestufe I, mancherorts auch die Stufe II. Von der zweiten Stufe an kommt der Schiffsverkehr zum Erliegen. Diese Marke war am Mittwoch in Maxau bei Karlsruhe und bei Speyer überschritten.

Bingen, Koblenz und Andernach könnten im Laufe des heutigen Tages folgen, hieß es aus dem Hochwassermeldezentrum Rhein. Auf der Mosel bei Trier fahren schon seit vergangenem Dienstag keine Schiffe mehr (wir berichteten). In Bingen ist der Rhein gestern teils über die Uferpromenade getreten. Am gesamten Mittelrhein ist dem Meldezentrum Rhein zufolge noch mit steigenden Wasserständen zu rechnen. Die Scheitelwerte würden morgen erwartet. Immerhin: Die Werte des Hochwassers von Anfang Januar dürften laut Meldezentrum aber nicht übertroffen werden.

Am Oberrhein bei Maxau war der Scheitel schon in der Nacht zum gestrigen Mittwoch erreicht worden. In Speyer erwarteten die Experten gestern Abend, Mainz dürfte er heute Abend erreichen. Der Schiffsverkehr müsse in diesem Bereich wohl nicht ausgesetzt werden, hieß es.

Die Mosel stagnierte den Experten zufolge gestern auf einem hohen Niveau. Für heute werde zunächst ein weiterer Anstieg erwartet, ehe der Wasserstand morgen wieder zurückgehe. Das Meldezentrum Mosel geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die Schiffe vom kommenden Sonntag oder Montag an wieder wie gewohnt fahren dürfen.



Auch auf den Straßenverkehr wirkt sich das Hochwasser aus. Für die Nacht zu heute rechnete die Verbandsgemeinde Vallendar im Kreis Mayen-Koblenz mit einer Vollsperrung der Bundesstraße B 42. Zu Bodenschäden ist es aufgrund überfluteter Äcker noch nicht gekommen.

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd hofft indes auf einen Wetterumschwung und Frost. Viele Wege seien nach den anhaltenden Regenfällen nicht mehr befahrbar. Die Bauern sähen die Situation aber noch entspannt, hieß es beim Verband weiter.

(dpa)