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Tipps der Feuerwehr
Was tun, wenn plötzlich das Auto brennt?

Kürzlich ist ein Mercedes auf der A 6 vollständig ausgebrannt.
Kürzlich ist ein Mercedes auf der A 6 vollständig ausgebrannt. FOTO: BeckerBredel
Mainz/Saarbrücken. (ste) Plötzlich dringen Rauch und Qualm aus dem Motorraum: Das Auto brennt. Beängstigend für jeden Autofahrer. Immer wieder brennt es auf saarländischen Straßen. Doch was sollen Insassen in einem solchen Fall tun? Kann das Auto sogar explodieren? Antworten weiß Dirk Schäfer, Sprecher des Saarländischen Feuerwehrverbandes. Von Stephanie Schwarz

(ste) Plötzlich dringen Rauch und Qualm aus dem Motorraum: Das Auto brennt. Beängstigend für jeden Autofahrer. Immer wieder brennt es auf Rheinland-Pfälzischen und saarländischen Straßen.

So war ein Werkstattangestellter am Mittwoch in Mainz mit einem Auto zu einer Probefahrt unterwegs, als dunkler Rauch aus dem Motorraum aufstieg. Entgegenkommende Autofahrer machten den Fahrer auf die Rauchentwicklung aufmerksam, wie die Polizei mitteilte. Er stieg umgehend aus dem Wagen und brachte sich in Sicherheit. Daraufhin brannte das Auto komplett aus. Verletzt wurde niemand. Den Angaben zufolge war die Ursache des Brandes ein technischer Defekt.

Auch auf der Autobahn A 6 im Saarland ist kürzlich ein Mercedes vollständig ausgebrannt. Innerhalb von Minuten stand das Auto in Flammen. Die Fahrerin reagierte ebenfalls schnell und konnte sich unverletzt in Sicherheit bringen.



Doch was sollen Insassen in einem solchen Fall tun? Kann das Auto sogar explodieren? Antworten weiß Dirk Schäfer, Sprecher des Saarländischen Feuerwehrverbandes.

Statt Panik gilt hier vor allem eins, erklärt Schäfer: Ruhe bewahren und den Notruf wählen. Steigt Qualm aus dem Motorraum auf, sollte der Fahrer das Auto schnellstmöglich anhalten und folgendes berücksichtigen: „Es muss unbedingt darauf geachtet werden, dass es im Umfeld nicht zu weiteren Bränden kommt.“ Konkret heißt das: Nicht in unmittelbarer Nähe zu Fahrzeugen, unter Bäumen und auf einer Wiese halten. Bevor alle Insassen aussteigen, sollte der Motor ausgeschaltet werden, rät der Experte. „Wenn möglich auch die Motorhaube entriegeln, das kann die Arbeit der Feuerwehr erleichtern.“ Die nächsten Schritte seien besonders wichtig: Aussteigen, nicht kopflos herum irren, sondern mit Abstand in Sicherheit bringen, den Notruf alarmieren und die Gefahrenstelle absichern.

Allgemein bestehe kein Grund zur Panik. Auch die oft gefürchteten Auto-Explosionen seien nur eine Erfindung der Filmindustrie und entsprächen nicht der Realität, sagt Schäfer. Durch die Hitze könnten Reifen platzen, aber Explosionen à la Hollywood gäbe es auf deutschen Straßen nicht.

In dem meisten Fällen sind es technische Defekte oder überhitzte Bauteile, die einen Autobrand auslösen. Häufigste Ursache: Kurz­schlüsse durch durchgescheuerte Leitungen. Weitere Brand-Auslöser sind überhitzte Bremsen und Katalysatoren oder ein geringer Reifendruck. Schäfer: „Werden Reifen mit Minderdruck gefahren, kommt es durch die Verformung zu einer Erhitzung, die zum Brand führen kann.“ Eine Statistik über durch technische Defekte verursachte Brände bei Autos gebe es nicht, aber der Experte weiß aus Erfahrung, dass die Brand-Zahl in den vergangenen Jahren stetig gestiegen ist.

Wie viel Zeit Insassen haben, um sich aus einem brennenden Wagen zu retten, hänge von vielen Faktoren ab, erklärt er: „Die Erfahrung hat aber gezeigt, dass das Feuer im Motorraum etwa fünf bis zehn Minuten benötigt, bis es in das Wageninnere gelangt.“ Wichtig: Den Rauch nicht einatmen. Denn durch die in Autos verbauten Kunststoffteile bestehe die Gefahr einer Rauchgasvergiftung. „Hierzu reichen nur wenige Atemzüge.“

Trotz der Gefahr, ist es für einige jedoch schwierig zuzusehen, wie ihr geliebtes Auto immer weiter ausbrennt, während sie auf die Feuerwehr warten. Selbst das Feuer löschen, sei möglich – aber: „Löschversuche, egal ob bei einem Fahrzeug- oder Wohnungsbrand, sollte man nur dann unternehmen, wenn man sich und andere dadurch nicht in Gefahr bringt“, rät Schäfer. Jedoch hätten die wenigsten Autos einen Feuerlöscher an Bord. Deshalb sollte man davon die Finger lassen und auf die Feuerwehr warten.

In Bezug auf brennende Elektro-Autos habe die Berufsfeuerwehr im Saarland noch keine ausreichenden Erfahrungen gemacht, um einzuschätzen ob bei diesen Fahrzeugen die Gefahr größer ist. Es gelten allerdings dieselben Verhaltensregeln, betont Schäfer.