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Tierschutz
Was Störchen Probleme bereitet

 Gummibänder, die oft unter Stöchennestern gefunden werden, verwechseln die Tiere oft mit Würmern. Das ist für die Störche hochgefährlich.
Gummibänder, die oft unter Stöchennestern gefunden werden, verwechseln die Tiere oft mit Würmern. Das ist für die Störche hochgefährlich. FOTO: dpa / Ronald Wittek
Bornheim. Für die Störche in Rheinland-Pfalz war 2019 ein erfolgreiches Brutjahr. „Im Bundesland waren 360 Brutpaare zu zählen“, sagte Jessica Lehmann vom Storchenzentrum Rheinland-Pfalz. Aufgrund des regnerischen und kühlen Wetters im Mai gab es in diesem Jahr zwar mit etwa 677 beringten Jungstörchen weniger als 2018 (727).

„Allerdings waren einige Horste nicht erreichbar – somit blieben einige Jungstörche unberingt“, sagte sie im südpfälzischen Bornheim.

Im kommenden Jahr will das Storchenzentrum den Naturschutz weiter voranbringen. „Wir wollen vor allem auf das Thema Müll eingehen“, kündigte Lehmann an. Es gehe etwa um Gummibänder, die der Vogel mit Würmern verwechselt. Müll fräßen die Tiere nicht nur in Afrika oder Spanien, wo sie unweit von Mülldeponien überwintern, sondern auch in der Pfalz. „Wir finden in Storchengewöllen eine Menge Gummibänder, auch unter den Nestern“, sagte Lehmann. „Es ist erschreckend. Jeder spricht vom Plastikmüll im Meer – dabei haben wir den schon hier.“

Träger des Storchenzentrums ist die vor mehr als 20 Jahren ins Leben gerufene Aktion PfalzStorch, die eine zentrale Rolle bei der Wiederansiedlung der Adebare spielt. Anfang der 1970er Jahre galt der Weißstorch in Rheinland-Pfalz als ausgestorben. Nun aber erklingt in Bornheim und anderenorts wieder das markante Klappern der roten Schnäbel. „Der Storch gehört zur Pfalz“, meinte Lehmann.