| 22:41 Uhr

Verhandlung vor dem Oberlandesgericht Köln
„Waldhof“-Havarie nochmal vor Gericht

Feuerwehrmanner untersuchten auf dem Rhein bei Sankt Goarshausen den in der Nacht zum 13. Januar 2011 mit rund 2400 Tonnen Schwefelsaure beladenen, gekenterten Frachter „Waldhof“.
Feuerwehrmanner untersuchten auf dem Rhein bei Sankt Goarshausen den in der Nacht zum 13. Januar 2011 mit rund 2400 Tonnen Schwefelsaure beladenen, gekenterten Frachter „Waldhof“. FOTO: Fredrik Von Erichsen / picture alliance / dpa
Köln/St. Goarshausen. (dpa) Die schwere Havarie des Säuretankers „Waldhof“ vor sieben Jahren auf dem Rhein in der Nähe der Loreley ist offenbar nur von diesem allein verursacht worden. Das Oberlandesgericht Köln traf gestern zwar noch keine endgültige Entscheidung, machte aber deutlich, dass es keine Mitschuld des entgegenkommenden Schiffs „Akropolis“ erkennen kann. Bei der Havarie waren zwei Besatzungsmitglieder der „Waldhof“ ums Leben gekommen. Der Tanker war nach Angaben des Gerichts überladen gewesen und dadurch instabil geworden.

Die „Waldhof“-Reederei sah gleichwohl eine Mitschuld der „Akropolis“ und hatte deren Reederei auf 1,5 Millionen Euro Entschädigung verklagt. Die Vorsitzende Richterin Anke Eilers stellte aber gestern klar: „Wir können keinen Sorgfaltspflichtverstoß der „Akropolis“ feststellen.“ Dementsprechend gebe es auch keinen Entschädigungsanspruch. Zuvor hatte das Amtsgericht St. Goar in erster Instanz auch schon so entschieden. Der Fall wird in zweiter Instanz in Köln verhandelt, weil das dortige OLG ein Rheinschifffahrtsobergericht mit einem besonders großen Bezirk ist.

Die mit 2400 Tonnen Schwefelsäure beladene „Waldhof“ war in der Nacht zum 13. Januar 2011 auf dem Mittelrhein in der Nähe des berühmten Loreley-Felsens gekentert. Danach war der Rhein 32 Tage lang gesperrt (wir berichteten).

OLG-Richterin Eilers sprach von der „größte(n) Havarie, die es auf dem Rhein gegeben hat“. Die Entscheidung in dem Fall wird am 20. März verkündet.



(dpa)