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Hitze in Rheinland-Pfalz
Waldbrandgefahr, Dürre, Niedrigwasser

Ein Frachtschiff passiert eine Sandbank am Mittelrhein bei Kaub. Die anhaltende Trockenheit führt zu weiter sinkenden Pegelständen.
Ein Frachtschiff passiert eine Sandbank am Mittelrhein bei Kaub. Die anhaltende Trockenheit führt zu weiter sinkenden Pegelständen. FOTO: dpa / Thomas Frey
Mainz. Die Hitze hat Rheinland-Pfalz fest im Griff. Während in Gärten und Parks reichlich gewässert wird, steigt die Waldbrandgefahr. Auch dem Rhein bekommt die Trockenheit nicht, Schiffe können aber noch fahren.

Die Hitze und die langanhaltende Trockenheit machen sich an vielen Ecken in Rheinland-Pfalz bemerkbar. Die Waldbrandgefahr steigt, der Rhein leidet unter Niedrigwasser und zu hohen Wassertemperaturen. Ähnlich wie vermutlich viele Menschen wünschen sich auch die Grünflächen im Land eine Abkühlung – und Wasser.

„Wir wässern und gießen, so gut es geht“, sagte der wissenschaftliche Leiter des Botanischen Gartens der Universität Mainz, Ralf Omlor.

Auch dem Park des Schlosses Sayn im Landkreis Mayen-Koblen macht die Trockenheit zu schaffen. „Wir leiden sehr unter der Hitze“, sagte Alexander Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Sayn. So seien von 30 erst im vergangenen Winter gepflanzten seltenen Bäumen bereits zwei der Dürre zum Opfer gefallen.



In der Gartenschau Kaiserslautern setzt man auf das Prinzip „wässern, wässern, wässern“, wie Parkleiterin Christine Schweigert gestern erklärte. Der Wasserbedarf habe sich nahezu verdoppelt, sagte Schweigert.

Die Stadt Mainz begießt Blumenbeete, Rasenflächen im Stadtpark und junge Bäume, aber nicht alle Grünflächen und auch nicht ältere Bäume. Die erholten sich wieder, wenn es regne, sagte ein Sprecher.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Rheinland-Pfalz warnte vor steigenden Temperaturen im Rhein und seinen Nebenflüssen. In Kürze drohe die Überschreitung der für die Gewässerökologie gefährlichen Temperatur von 28 Grad, hieß es in einer Mitteilung. Problematisch sei laut BUND die Abwärme von Industriebetrieben, Kraftwerken sowie die Kühlwasser-Einleitungen der Atomkraftwerke Philippsburg und Fessenheim.

Im waldreichen Rheinland-Pfalz erhöht sich zudem die Gefahr von Bränden. Die Mainzer Forstministerin Ulrike Höfken (Grüne) rief Waldbesucher gestern zu besonderer Vorsicht auf. Die Forstleute seien dringend auf die Achtsamkeit und Mithilfe aller angewiesen, so Höfken. Rauchen und das Entzünden von Feuer sind im Wald verboten.

Auch wird darum gebeten, achtlos weggeworfene Glasflaschen einzusammeln, die durch Sonneneinstrahlung wie ein Brennglas wirken können. Der Deutsche Wetterdienst stuft die Waldbrandgefahr für weite Teile der Eifel, des Westerwalds, in Rheinhessen und in der Südwestpfalz bei Stufe vier von insgesamt fünf Stufen ein – im Bereich von Mainz sogar auf der höchsten Stufe.

Wie gefährlich die anhaltende Trockenheit schnell werden kann, zeigte gestern ein Beispiel aus Mehlingen im Kreis Kaiserslautern. Wie die Polizei mitteilte, hatte hier ein 50-Jähriger mit einem Gasbrenner versucht, Unkraut auf seinem Grundstück abzubrennen. Dabei steckte er einen Busch in Brand, die Feuerwehr musste anrücken, um das Feuer zu löschen.

Auch am heutigen Freitag geht es in Rheinland-Pfalz und dem Saarland heiß weiter. Der Deutsche Wetterdienst in Offenbach erwartet überwiegend wolkenlosen Himmel und bis zu 36 Grad, an Rhein und Mosel sogar bis zu 37 Grad. Erst am morgigen Samstag kündigen sich Schauer und Gewitter an, dann sind laut Wetterdienst auch Starkregen und Hagel möglich.

Das Mainzer Forstministerium warnt vor Waldbrandgefahr.
Das Mainzer Forstministerium warnt vor Waldbrandgefahr. FOTO: dpa / Guido Kirchner
(dpa)