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Umweltministerium
Wahrscheinlich leben zwei Wölfinnen in Rheinland-Pfalz

Mainz. Die Rückkehr einst ausgerotteter Raubtiere geht weiter: In Rheinland-Pfalz leben laut Umweltministerium mit hoher Wahrscheinlichkeit nun zwei Wölfinnen. Bisher gilt das Land eher als Transitregion für durchstreifende Wölfe.

Bislang war nur die dauerhafte Ansiedlung einer Fähe, also eines weiblichen Tieres, auf dem einstigen Truppenübungsplatz Daaden im Kreis Altenkirchen bekannt. Einer Kotprobe zufolge ist jedoch eine zweite Wölfin bei Bad Hönningen im benachbarten Kreis Neuwied beheimatet, wie das Ministerium in Mainz am Donnerstag mitteilte: „Dort lebte sie anderthalb Jahre unbemerkt.“ 2018 soll die Fähe ein Damtier in einem Gehege bei Leutesdorf gerissen haben.

Wohl eine im nahen Nordrhein-Westfalen beheimatete Wölfin hat laut dem Mainzer Umweltministerium Ende Oktober 2019 zwei „unzureichend geschützte“ Schafe bei St. Katharinen im Kreis Neuwied gerissen. Die Kreise Altenkirchen, Westerwald und Neuwied sowie die Stadt Koblenz und Teile des Rhein-Lahn-Kreises sind als Präventionsgebiet für die streng geschützten, scheuen Wölfe ausgewiesen, ebenso die Verbandsgemeinden Prüm, Gerolstein und Adenau. Die Kosten für wolfssichere Zäune für Nutztierhalter werden hier dem Ministerium zufolge zu 100 Prozent vom Land getragen. Bei Wolfsrissen könnten Tierhalter in ganz Rheinland-Pfalz eine Entschädigung bekommen.

Bisher wurden laut Umweltministerium in 26 Fällen Wölfe im Land nachgewiesen. Vermutlich seien es 10 bis 14 verschiedene, meist durchstreifende Tiere gewesen. Langfristig werde mit der Bildung von Rudeln in Rheinland-Pfalz gerechnet.



Der Landesverband der Schafhalter/Ziegenhalter und Züchter Rheinland-Pfalz sieht Wölfe sehr kritisch: Diese könnten Schafherden auf Straßen und Gleise jagen und traumatisieren. Menschen ist dagegen in Rheinland-Pfalz laut Ministerium noch nichts passiert.