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6700 Schusswaffen abgegeben
Waffenamnestie förderte keine Tatwaffen zu Tage

Rund 6700 Waffen sind im Zuge der Waffenamnestie in Rheinland-Pfalz abgegeben worden. Tatwaffen waren nicht darunter.
Rund 6700 Waffen sind im Zuge der Waffenamnestie in Rheinland-Pfalz abgegeben worden. Tatwaffen waren nicht darunter. FOTO: dpa / Friso Gentsch
Mainz. Tausende Pistolen, Revolver, Gewehre – ein großes Sammelsurium an Waffen wird in Rheinland-Pfalz im Zuge der Waffenamnestie abgegeben.

Im Zuge der Waffenamnestie in Rheinland-Pfalz sind Untersuchungen zufolge höchstwahrscheinlich keine Tatwaffen aus früheren Kriminalfällen abgegeben worden. Von den insgesamt fast 6700 bis zum 1. Juli gesammelten Schusswaffen seien 13 Verdachtswaffen genauer untersucht worden, sagte der Präsident des Landeskriminalamtes (LKA), Johannes Kunz, am Dienstag in Mainz. Mit diesen sei im Beschussraum des LKA geschossen worden, Projektile und Hülsen seien dann mit einer Vergleichssammlung von Tatmunition beim Bundeskriminalamt (BKA) abgeglichen worden. Es habe in keinem Fall eine Übereinstimmung gegeben, sagte Kunz.

Ein Verdacht habe bei einer zurückgegebenen Waffe bestanden, wenn sie etwa von einem Menschen mit einem kriminellen Lebenslauf abgegeben worden sei. Zudem sei auf Auffälligkeiten an Waffen geachtet worden, darunter fielen beispielsweise abgesägte Schrotflinten.

Kunz bewertete die am 1. Juli zu Ende gegangene Waffenamnestie positiv. Es gebe in Rheinland-Pfalz zwar keine „beunruhigende Tendenz“, aber es würden durchaus immer mal wieder größere illegale Waffenbestände entdeckt. Zudem wisse man um die Affinität einiger Gruppen zu Waffen, wie etwa bei sogenannten Reichsbürgern oder Rockern. Es sei zwar nicht damit zu rechnen, dass diese ihre Waffen im Zuge einer Amnestie abgeben, weil die Waffe in solchen Szenen eine zu große Bedeutung habe. Aber: „Jede Waffe weniger auf dem Markt ist ein Mehr an Sicherheit“, sagte Kunz.



Insgesamt waren in Rheinland-Pfalz dem Innenministerium zufolge fast 6700 Schusswaffen bei kommunalen Behörden oder der Polizei abgegeben worden, rund 2800 aus illegalem Besitz. Darunter waren Pistolen, Revolver, Flinten oder Büchsen. Es fanden sich laut LKA beispielsweise auch japanische Pistolen aus Zeiten des Zweiten Weltkriegs. Auch viele Erben hätten Waffen zurückgegeben. Hinzu kamen rund 125 000 Schuss Munition.

Die meisten Waffen – 600 Lang- und 360 Kurzwaffen – seien im Westerwaldkreis zusammengekommen, sagte Innenminister Roger Lewentz (SPD). Das sei vermutlich auf die dortige große Tradition der Schützenvereine zurückzuführen. Die meisten illegalen Waffen seien im Rhein-Pfalz-Kreis gezählt worden. Der Minister nannte die Gesamtzahl der abgegebenen Waffen beeindruckend, so sei ein „Sicherheitsgewinn für alle“ erreicht worden. Bei einer früheren Amnestie aus dem Jahr 2009 seien mehr als 8200 Waffen im Land zusammengekommen und aus dem Verkehr gezogen worden. Insofern könne er sich in einigen Jahren eine weitere Waffenamnestie vorstellen.